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  Wie Sie aus Absagen lernen können

Fehler suchen, Fehler beheben und noch einmal bewerben – wir zeigen Ihnen, wie Sie beim nächsten Mal aus einem Nein ein Ja machen.

(Christina Dow)

Fotos: Shutterstock, Werner Krug

Wieder ein ominöser Brief im Postkasten. Und wieder eine Leider-nein-Mitteilung. Trotz der ersten Enttäuschung sollten Sie aber nicht den Kopf hängen lassen, sondern die Absage als Chance sehen, um etwas an sich zu verbessern und um Ihren wahren Traumjob zu finden. Wir begleiten Sie auf dem Weg …

1. Wann kommt die Absage?
Es ist ein Unterschied, ob Sie die Absage sofort nach dem ersten Bewerbungsschreiben bekommen oder erst nach dem persönlichen Gespräch. Bei Ersterem sollten Sie Ihre Mappe einem Check (eventuell durch Dritte) unterziehen: Ist mein Foto nicht ansprechend? Verwende ich zu viele Anglizismen? Ist mein Lebenslauf unvollständig oder verwirrend? Ist mein Anschreiben nicht aussagekräftig? Passt formell etwas nicht? Überdenken Sie auch, ob Sie sich für den richtigen Job bzw. die richtige Branche bewerben. Reicht Ihre Qualifikation tatsächlich aus? Ist es wirklich Ihr Traumjob, für den Sie sich stur und ehrgeizig in den letzten Monaten beworben haben?
Wenn die Absage immer erst nach dem persönlichen Bewerbungsgespräch mit der Personalabteilung des Unternehmens kommt, dann liegt es ganz eindeutig an Ihrer Eigenpräsentation. Lassen Sie Ihre Gespräche Revue passieren: Was könnten nicht gut formulierte Sätze gewesen sein? Welche Informationen über mich hätte ich besser verschweigen sollen? Welche unpassenden Fragen könnte ich gestellt haben? War ich zu nervös, zurückhaltend oder gar zu arrogant? Eine gute Möglichkeit, auf Fehler dieser Art zu reagieren, sind Übungsbewerbungsgespräche. Diese können Sie mit Freunden, Verwandten oder am besten mit nicht sehr engen Bekannten durchführen. Diese sollen Ihnen dann ein ehrliches Feedback geben.

2. Was steht in der Absage?
Eines gleich vorweg: Texte von Absagen sind meist 08/15-Floskeln bzw. nichtssagende Serienbriefe des Unternehmens. Nehmen Sie diese Zeilen auf keinen Fall persönlich! Oft bewerben sich 100 Leute für einen Job, die Personalabteilung kann nicht 99 verschiedene persönliche Absagegründe ausschicken. Schrecken Sie sich daher nicht über Formulierungen wie „Bitte sehen Sie es nicht als Zweifel an Ihrer Qualifikation“ oder „Trotz Ihrer guten Ausbildung haben wir uns leider für einen anderen Bewerber entschieden“ – diese Absagen sind von Menschen geschrieben, die Sie nicht kennen und die nichts über Ihre wahre berufliche Qualifikation sagen können. Und: Auch wenn es vielleicht nicht so viele Bewerber für die Stelle gab, kaum ein Unternehmen wird auf die Gründe der Absage näher eingehen – schon allein wegen der Befürchtung, der Bewerber könnte vielleicht rechtliche Schritte einleiten, wenn der „Grund“ rechtlich anfechtbar ist. Also hüten Sie sich davor, einen Absagebrief zu interpretieren, sondern sehen Sie es als Ja oder Nein.