 |
Trinkgeld: Meistens zu wenig, niemals zu viel

Freundlich, aber nicht anbiedernd Die Empfehlungen bei der Auswahl des Menüs gehen dann schon leichter. Wenn der Ober dabei auch noch nickt, dann werden diese noch öfter angenommen. Studien zufolge bekommt Personal, dass sich während der Aufnahme der Bestellungen hinsetzt oder -hockt und damit auf Augenhöhe mit den Gästen geht, noch mehr Trinkgeld. Allerdings geht das vielleicht in einer Kneipe, in einem nobleren Lokal ist das eher deplatziert. Da gilt es, freundlich rüberzu kommen, aber nicht anbiedernd; entgegenkommend, aber nicht devot; mühelos umsichtig, aber nicht bemüht; flink, aber nicht hektisch; beschäftigt, aber dennoch aufmerksam – und darauf achtend, dass die Wartezeiten nicht ausufern. Dauert es in der Küche noch, kommt Herr Franz zur Überbrückung lieber noch ein-, zweimal an den Tisch, um Gläser nachzufüllen, nach weiteren Wünschen zu fragen oder eben eine Insidergeschichten zu erzählen. Freilich keine von den Mühen des Alltags – von denen haben die Gäste selbst genug.
Einen anderen erforschten Trick kann man aber durchaus in besseren Restaurants anwenden – allerdings sollte man Fingerspitzengefühl beweisen. Erhebungen zufolge steigert eine Berührung der Hand des Gastes beim Kassieren das Trinkgeld um 37 Prozent, die Hand kurz und freundlich auf dessen Schulter um 18 Prozent. Das ist nicht bei allen Gästen passend, aber da verlässt man sich am besten auf sein Gefühl.
Blumen auf den Tisch Das überhaupt viel ausmacht, erst recht bei den Details: Kommt die Dame mit Blumen in der Hand, nimmt Herr Franz sie ihr freundlich ab, bringt sie aber gleich wieder in einer Vase, die er auf den Tisch stellt. Und wenn die Gesellschaft aufsteht, um den Heimweg anzutreten, nimmt er die Blumen und überreicht sie der Dame erst, nachdem er die Stiele in eine dicke Serviette gewickelt hat, damit die Beschenkte selbst nicht nass wird.
Ein Hund bekommt automatisch eine Schale Wasser serviert und dazu ein „Le-ckerli“ – auf einer Serviette als „Tischtuch“. Ein Herz für Tiere zeigen – und für die Gäs-te überhaupt. Das zahlt sich aus.
>> tipps für mehr tip
Sein Trinkgeld muss man sich schon verdienen – hier noch ein paar Anregungen, wie man es erreichen kann, dass es höher ausfällt als sonst:
Stammgäste: Es gibt sie überall, jene Gäste, die immer wieder kommen. Auch wenn sie ohnehin schon zufrieden sind – es geht immer noch mehr. Persönliche Ansprache, Wissen um die Vorlieben und spezielle Gewohnheiten … Wer die speziellen Wünsche der Stammgäste schon erfüllt, bevor sie artikuliert werden, der hat das Zeug zum Trinkgeldmeister.
Weinliebhaber: Auch wenn Weinkenner meist rechthaberisch sind und in Diskussionen selten zurückstecken – beweisen Sie Mut: Sagen Sie, wenn Sie einen Wein empfehlen, ruhig Ihre Meinung, aber zeigen Sie sich großzügig, wenn es darum geht, die Meinung des Königs, also des Kunden, gelten zu lassen.
Nähkästchen: Selten, aber doch passiert’s – und wer da gerüstet ist, hat gewonnen: Ein Knopf reißt ab, die Hose eines Gastes rutscht … mit einer Sicherheitsnadel können Sie den Abend noch retten.
|
 |