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Home / Archiv / Ausgabe 070 / Guerilla Marketing - Ideen statt Budget

Guerilla Marketing - Ideen statt Budget

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... clevere Leute, die ihr Geld nicht verschwenden wollen, aufmerksam. Gleichzeitig wurden die Medien über die Aktion informiert, die Hotelgruppe genoss plötzlich große Aufmerksamkeit – die Botschaft „guter Preis und gute Leistung“ wurde erfolgreich an Mann und Frau gebracht.

Das Restaurant Belcanto in Budapest wurde erst dadurch bekannt und bei Reisebüros und Veranstaltern beliebt, indem es in der benachbarten Staatsoper Opernsänger als Oberkellner rekrutierte und die Expedienten und Einkäufer mit dem plötzlich Arien schmetternden Servicepersonal überraschte. Ein kleines Wiener Viersternehotel bewarb sein preisgünstiges sonntägliches Frühstücksbuffet, indem es auf Parkbänken, in Bars und auf Sesseln in Wiener Kaffeehäusern (scheinbar verloren gegangene) Portemonnaies mit einer Werbeanzeige als Inhalt verteilte. Auf Sylt sorgten überdimensionale Muscheln als Wegweiser zu einem Meeresfrüchtespezialitätenrestaurant sowie kleine Froschkönige im Sand für einen erhöhten Gästeansturm. Wenn man den Fröschen folgte, gelangte man zur Gaststätte, brachte man einen mit, gab es ein Getränk auf Haus. Nach der Übernahme des Grandhotels Petersberg in Königswinter bei Bronn durch die Steigenberger-Gruppe, aber auch bei Werbeveranstaltungen des Eventhotels Scalaria in St. Wolfgang am Wolfgangsee sorgten unangekündigte „Mörderspiele“ (fingierte Mordfälle samt Mordkommission, die die Gäste beim Dinner verhörte) für Aufsehen. Das Restaurant Spices im Hilton Hotel Colombo wollte auf seine Köstlichkeiten aus Tausendundeiner Nacht möglichst ohne großen Kosteneinsatz hinweisen – und parkte hierzu einen fliegenden Teppich (samt Infos) auf dem Hotelparkplatz. Während des Zeitraums der Aktion kamen doppelt so viele Gäste. In der Hotelbranche findet man oft eine Spielart des Guerillamarketings – die Guerilla-PR. So bewirbt z. B. das Hotel „Kleines Meer“ in Waren in Deutschland ein Liebeskummer-Wochenende (Doppelzimmer zum Einzelzimmerpreis, Kuscheldecke, Ally-McBeal-Videos, Übernahme der halben Telefonkosten). Das verkauft sich zwar nicht berauschend, eignet sich aber als PR- und Promo-Aktion für das Hotel bestens. Zahlreiche regionale und überregionale Medien haben bereits darüber berichtet und sorgten so für ein Umsatzplus.

Kreativität mit System
Eine spektakuläre Tat allein macht jedoch noch keine Guerilla-Marketingaktion und schon gar keine erfolgreiche. Für den richtigen Einsatz ist es absolut entscheidend, seine Zielgruppe genau zu kennen. Dazu gehören Informationen, wo sich die Kunden im Alltag, beim Sport, im Beruf oder in der Freizeit aufhalten – denn genau dort sollte auch die Aktion stattfinden. Bloß Aufsehen zu erregen, ohne seine (potenziellen) Gäste zu erreichen, hat schließlich wenig Sinn. Außerdem muss Ihre Botschaft verständlich ankommen – lassen Sie Ihre Kunden nämlich bloß irritiert zurück, richten Sie mehr Schaden an und das originelle Happening ist bestenfalls ein erfolgloser Flop.

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