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Home / Archiv / Oktober 2 2004 / Josef Zotter

Josef Zotter

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Der Schoko-Papst aus der Steiermark


Wenn sich Schokolade mit harmonierenden süßen und pikanten Füllungen trifft und man den Geschmack mit „außerordentlich lecker“ in Erinnerung behält, kann es sich nur um Josef Zotters Kreationen handeln. Gemeinsam mit seiner Frau Ulrike (Geschäftsabwicklungen) und Andreas H. Gratze (künstlerische Verpackung) vertreibt Josef Zotter mittlerweile 92 verschiedene Schokoladensorten mit 60 unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Als Minifamilienbetrieb hat er begonnen, heute gehört dem Erfinder eine große Schokoladenmanufaktur mit 28 Mitarbeitern in seinem Heima tort Bergl in der Oststeiermark. 2004 bekam er sogar den trophée gourmet, den Oscar der Gastronomie für außergewöhnliche Produkte. Mit (Trink) Schokoladenvariationen, Balleros und créme de la créme hievte sich Zotter in die oberste Gourmetliga der süßen Verführung. Über 50% seiner Schokoladen werden ins Ausland geliefert. Der einzige Unterschied ist der Preis: So kostet beispielsweise in Japan eine Tafel Zotter stolze 8 Euro in der Steiermark zwischen 2,50 und 3 Euro.

Im elterlichen Gasthof angefangen als Kellner, ergänzte er sein Wissen mit einer Koch- und Konditorlehre und sammelte Erfahrung und Praxis für seine eigene Konditorei. Obwohl er expandierte, bestimmte Zotters Gedanken die Vision einer Praline, größer als jene am Markt, so dass er 1999 alle Filialen der Konditorei zusperrte und sich nur noch auf die Herstellung der handgeschöpften Schokoladen konzentrierte. Erst begann er nebenbei mit der Produktion, aber die große Nachfrage nach seinen naturbelassenen Schokoladengenüssen erforderte seine totale Hingabe, die er nach dem Motto: „entweder ganz oder gar nicht,“ verfolgt. Klingende Schokotitel wie „Rauch-Malz-Brand“, „Grammelnussn vom Waldschwein“ oder „Steirischer Herbst“ müssen den Konsumenten vom Genuss erst überzeugen, deshalb setzt der Chocolatier nicht nur auf neue, ausgefallene Kreationen, sondern vertraut auch auf altbewährte Rezepte, wie Nougat, Champagner oder Erdbeere. Eigentlich ist Zotter ein Designer, der immer neue Geschmackskompositionen und Rezeptideen erfindet. Das Wichtigste sind ihm dabei die Naturbelassenheit der Rohstoffe, die er ausschließlich aus Österreich, in erster Linie aus der Steiermark, von Bauern bezieht. Durch die hochwertigen Inhaltsstoffe ohne chemische Zusätze, ist die Schokolade kalorienreich, aber durchaus gesund.

Kerne, Samen und Früchte faszinieren Zotter, weil in einem einzigen Kern die gesamte Erbinformation für einen kompletten Baum steckt, also geballte Energie für hunderte weitere Kerne. Und genau diese Kerne (1 Tafel besteht aus ca. 40 Kakaobohnen) bilden die Basis der zart schmelzenden Füllungen, ohne Konservierungsmittel, künstliche Aromen oder Stabilisatoren. Diese „Panschereien“ kämen zwar billig in der Produktion, aber die Geschmackseinbußen würden den Gaumen der Schokoliebhaber verärgern. Die Verbundenheit zum Ursprünglichen zeigt Zotter auch beim Einkauf. Er setzt auf fair trade und kennt seine Milchbauern, Schnaps- und Kürbiskernlieferanten höchstpersönlich. Die Kakaobohnen, trinitario und criollo gemischt, bezieht er aus unterschiedlichen Regionen in Ghana. Diese Qualität und die richtige Zusammensetzung machen aus den Rohstoffen den unwiderstehlichen Geschmack der Zotter Schokolade.


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