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Home / Archiv / Ausgabe 126 / Der Luxusnomade

Der Luxusnomade

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Claus Sendlinger ist Gründer der Design Hotels und sorgt mit seinen Pop-Up-Hotelprojekten für Furore. Der Visionär über bahnbrechende Konzepte, Mut zu Risiko und warum Kunst, Design und Musik einfach dazugehören. (Georg Hoffelner)

Foto: www.designhotels.com


Sie haben in Mexiko das erste Pop-up-Hotel der Welt eröffnet. Was kann man sich unter einem Pop-up-Hotel genau vorstellen?
Claus Sendlinger: Das Pop-up-Phänomen kennt man bereits aus dem Einzelhandel, Galerien und der Gastronomie. Wir haben uns der Idee bedient und sie in die Hotellerie übertragen. Es ist simpel ausgedrückt ganz einfach ein Hotel mit Ablaufdatum. Das Projekt ist nur der Auftakt einer Idee. Mit unseren Projekten wollen wir temporäre Experimente der Gastfreundschaft kreieren, Touchdown-Spots für Gleichgesinnte, gemeinsam feiern, kreativ sein. Als Hubs verändern diese Spots ihren Geschmack, ihre Form. Von der Collage einer veränderten Szenerie, Kultur, Tradition bis zum Genuss, an einem fremden Ort Verbindungen zu knüpfen. Sie sollen alles zusammen, aber natürlich immer auch die Reiselust stillen.

Ihr Hotel im Pop-up-Stil konnte mit 99 luxuriösen Bungalows aufwarten, die auf einem 900 Meter langen Traumstrand verteilt waren. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, so ein Projekt zu realisieren?
Sendlinger: In vielen Branchen, so auch in der Hotellerie, gibt es derzeit Investitionsstaus. Weltweit gibt es Immobilien in Top-Lagen, die nicht genutzt werden. Genauso war es hier in Tulum, Mexiko, an einem der besten Strände der Welt. Wir haben zwei bestehende Strohhüttendörfer zusammengelegt und für die Hochsaison zwischen Dezember und Mai mit Design-Hotels-Inhalten gefüllt und betrieben.

Die Übernachtungspreise liegen zwischen 20 und 515 Euro. Wie funktioniert so ein Pop-up-Hotel finanziell?
Sendlinger: Im Papaya-Playa-Projekt mussten wir noch selbst investieren. Bei unserem neuen Projekt für den Sommer, dem San Giorgio auf Mykonos, arbeiten wir mit einem der besten Nachtklubs Europas und dem Besten auf der Insel, dem Paradise Club, zusammen. Hier wurde von den Eigentümern des Klubs investiert. Wir unterstützen bei Kommunikation und Marketing.

Für Gäste fungieren unsere Hotels als Türöffner zur lokalen Szene, für Einheimische als Anziehungspunkt.
Claus Sendlinger über seine gelungene Vision


Die Anlage Papaya Playa sollte ja zum Vorzeigeprojekt für nachhaltigen Tourismus in Mexiko avancieren. Waren die wirtschaftlichen Reaktionen aus dem Projekt in Mexiko positiv und wird es nach Mykonos weitere Projekte dieser Art geben?
Sendlinger: Im Moment erhalten wir Anfragen aus aller Welt. Es ist derzeit noch schwer abzuschätzen, wo die Reise hingeht. Klar ist aber jetzt schon, dass Mykonos nicht unser letztes Pop-up-Projekt war.

99 Bungalows wurden ja in Mexiko äußerst luxuriös ausgestattet. Was passiert eigentlich mit den Bungalows, nachdem das Hotel wieder schließt?
Sendlinger: Wir befinden uns derzeit im Gespräch mit dem Eigentümer und Vertretern der Gemeinde. Beide Parteien würden uns gerne länger hier involviert sehen.



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