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Die Welt ist (nicht) genug!

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Die Welt wird zwar zu einem Global Village, aber jedes Land hat eigene Bewerbungsregeln. Profitipps, wie Sie sich in den einzelnen Ländern erfolgreich bewerben.


Gerade in der Gastronomie und Hotellerie gilt: Wer eine Dauerstellung bis zu seiner Pensionierung sucht, ist in der falschen Branche. Eine vielfältige Berufserfahrung ist gefragt, am besten in möglichst vielen Ländern. „Ich habe mich einfach beworben und den Job bekommen“, läuft allerdings nicht. In jedem Land sind ganz bestimmte Eigenheiten zu berücksichtigen. Beispiele? In den USA darf man kein Passfoto anhängen, in Skandinavien wird man mit „du“ angesprochen, in Österreich dagegen sollte man Herr oder Frau Magister nicht vergessen.
Großbritannien: Halten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen knapp, maximal zwei Seiten Lebenslauf (Mut zur Lücke, keine Zeugnisse), der umgekehrt chronologisch immer mit der aktuellen Position beginnt. Als Titel steht nur der Name oder CV (Curriculum Vitae). Machen Sie keine Angaben zu Religion und Alter und geben Sie kein Foto dazu – in Großbritannien wird sehr auf den Diskriminierungsschutz geachtet. Ganz wichtig: Referenzpersonen (mit Kontaktdaten), die von Personalern auch angerufen werden. Bewerbungssprache: natürlich Englisch, unbedingt von einem Native Speaker korrigieren lassen. Übersetzen Sie Schulabschlüsse aber nicht wörtlich, sondern führen die deutsche Bezeichnung an und liefern in Klammer eine englische Erklärung.
Irland: „Großer Wert wird hier auf die Noten in Schule und Ausbildung gelegt, weil das Schulsystem in Irland lange Zeit nicht gut war“, sagt Dirk Spindeldreher, Human-Resources-Mann bei Capella Hotels. Dabei aber nicht den kompletten Werdegang auflisten, das kann sich kein Personaler merken, sondern nur die Stationen der letzten acht bis zehn Jahre. Wichtigste Grundvoraussetzung: „Die Bewerbung unbedingt auf Englisch schicken, ich bekomme aus dem deutschsprachigen Raum sehr oft deutsche Lebensläufe, die werden sofort aussortiert.“ Für deutsche Schulabschlussbezeichnungen sollte man immer eine Entsprechung im Englischen angeben, z. B. Abitur = Senior High School. Gefragt sind auch Abschlüsse an berufsbildenden Schulen (Vocational School). Eine Liste mit Referenzpersonen (E-Mail, Telefonnummer) wird gerne gesehen und bevor jemand wirklich eingestellt wird, muss er zum Drogentest! „Das wird im englischsprachigen Raum nun bald Standard sein.“
Russland: „Bewerben Sie sich nur über eine Agentur“, rät Leonard Cernko, Chef de Cuisine im Jeroboam Restaurant in Moskau, „zum Einstieg sollte man sich nur auf einen renommierten Betrieb verlassen. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, hat man mehr Rückhalt.“ Und zwei weitere Punkte sind wichtig: Bei den Verhandlungen darauf achten, dass man genug Wohngeld bekommt, denn Unterkünfte in Moskau sind sauteuer. Eine 35-Quadratmeter-Wohnung kostet 1100 Euro. Und: Achten Sie auf die Gesundheitsversicherung und checken Sie genau ab, was abgedeckt wird. Russisch ist am Anfang nicht unbedingt nötig, aber im Land sollte man doch versuchen, sich Grundbegriffe beizubringen.
Frankreich: Achten Sie auf die absolut korrekte Schreibweise, Franzosen sind besonders pingelig. Ein Foto nur auf Anfrage beilegen, wie im englischsprachigen Raum diskutiert man gerade, ob Bewerber durch Fotos diskriminiert werden. Das einseitige Anschreiben ist nicht mehr wie früher üblich mit der Hand zu schreiben. Der Lebenslauf (Curriculum Vitae) hat ebenfalls nur eine Seite und beginnt mit den persönlichen Angaben, gefolgt von der umgekehrt chronologischen Berufserfahrung (Experience proféssionelle). Danach kommt die Ausbildung (Formation oder Études), Noten sind dabei nicht wichtig, Institutionen zählen. Zum Schluss des CV geben Sie Sprach- und EDV-Kenntnisse (Compétence diverses) bekannt. Anschreiben und ­Lebenslauf genügen vorerst.




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