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Food-BloggerNeue Gastrokritiker-Generation oder präpotente Pseudo-Foodexperten? (Stephanie Fuchs) Fotos: Shutterstock, Wolfgang Hummer
Wolfram Siebeck ist kein Essengeher, sondern Gastrokritiker. Damit zählt er zu jener kleinen Gruppe von Menschen, die über Wortspender, die thematisch im selben Teich fischen, grundsätzlich erhaben sind. Ausnahmen aber bestätigen die Regel und so sorgte der deutsche Kritikerpapst für mächtig viel Wind im Blätter- und Netzwald, als er sich 2011 in einem Artikel in der „Zeit“ wortreich über Food-Blogger und deren mangelnde fachliche und journalistische Qualifikation ereiferte. Angesichts der Tatsache, dass sich im Netz eine mittlerweile unüberschaubare Anzahl an Möchtegern-Kritikern herumtreibt, deren gastronomisches Urteilsvermögen sich irgendwo zwischen „So ein Mist!“, „Es gibt nur drei Brotsorten zur Auswahl, bei dem Preis!“ und „Der patzige Chef, wohl der Älteste in diesem Puff“ erschöpft, verzeiht man Siebeck den wenig professionellen Rundumschlag. Dass der harte Kritiker kurz nach der viel diskutierten Schmähschrift mit „Wo is(s)t Siebeck“ selbst unter die Blogger ging, darf wiederum als Indiz gewertet werten, dass auch ein honoriger Gourmet-Feuilletonist durchaus seinen Platz in der Food-Blogosphäre findet. Küchenchefs Werk... ... und Bloggers Beitrag. Wahr ist: Die Food-Blogger-Szene wächst seit Jahren rasant, kaum ein kulinarisches Thema, das nicht im Internet aufgearbeitet wird. Ein guter Gradmesser für die Popularität von Food-Blogs ist der von „Brigitte“-Ressortleiterin und Bloggerin Stefanie Luxat initiierte Brigitte-Food-Blog-Award: Laut Luxat nahmen daran 2011 satte 394, überwiegend deutschsprachige, Food-Blogs teil. Neben der großen Masse an Rezeptblogs gewinnen vor allem Gastrokritik-Blogs und Bewertungsportale wie Qype, Yelp & Co. immer mehr an Boden. Selbst der honorige Guide Michelin ist mittlerweile auf den Zug aufgesprungen: Er startete kürzlich ein Online-Portal, auf dem auch Normalos ihren Senf zur Sterneküche dazugeben dürfen. Stevan Paul, einer der renommiertesten Food-Blogger Deutschlands, begrüßt das Nebeneinander von Print- und Netzkritikern, zumal „hier wie dort die einzig ausschlaggende Währung das Vertrauen der Leser ist und Blogs grundsätzlich eine tolle Ergänzung zu klassischen Food-Publikationen darstellen.“ Die Schattenseiten der demokratischen Restaurantbewertung liegen aber auch für ihn auf der Hand: „Ich bin selbst gelernter Koch und fühle mich Menschen sehr verbunden, die sich mit unqualifizierten Restaurantverrissen, wie denen auf Qype, herumschlagen müssen. Solche Plattformen sind glänzende Negativbeispiele dafür, was passiert, wenn sich jeder dazu berufen fühlt, über Gerichte und Gastronomen zu urteilen.“ Schlechten Texten und unqualifizierten Negativ-Argumenten sagt Paul auf seine Art und Weise den Kampf an: Seine Rezensionen sind ausnahmslos positiv. Zahnlos sei dieses System der Auszeichnung, meinen manche. Seine Antwort: „Was einen weiterbringt, ist das gute Produkt, nicht das schlechte. Ich habe weder Zeit noch Lust, den Müll zu besprechen.“ Den ganzen Artikel können Sie im Fachmagazin ROLLING PIN oder hier mit Ihrem Premium Login nachlesen. Wenn Sie noch kein ROLLING PIN Premium Member sind, können Sie sich HIER anmelden. » IHRE VORTEILE ALS PREMIUM MEMBER Login für bestehende Premium Mitglieder: |
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