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Home / Archiv / Ausgabe 130 / New Generation

New Generation

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Ob Erfolg und Talent in den Genen liegen und wie man den Generationswechsel packt. (Nina Wessely)

Fotos: Shutterstock, Hotel Hochschober


Schon Sokrates empörte sich 400 vor Christus über die Einstellungen der nachfolgenden Generation: „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.“ Ungleich komplizierter wird es, wenn dazu noch ein für die Übernahme geplanter Betrieb im Spiel ist. Neue Ideen prallen mit aller Wucht auf alteingesessene Traditionen. Das sorgt für gehörig Zündstoff und passt man nicht auf, endet die Causa in unaufweichbaren Fronten zwischen Jugend- und Elterngeneration. Marc Haeberlin ist Sohn der Kochlegende Paul Haeberlin und selbst ein strahlendes Beispiel für eine geglückte Nachfolge. Und das bei schon fast übergroßen Fußstapfen.

Sein Credo: „Man muss einander zuhören und vor allem respektieren. Als Junger darf man seinen Vater nicht mit aller Gewalt aus dem Betrieb hinausdrängen und als Vater muss man den Sohn auch einmal machen lassen. Das hat mein Vater immer gemacht. Schließlich war schon lange klar, dass ich den Betrieb übernehmen werde. Mein Vater hat immer gesagt es war sein glücklichster Tag als ich ihm sagte, dass ich Koch werden will.“ Marc Haeberlin ist eines von vielen Beispielen für geglückte Betriebsnachfolgen in der Gastronomie. Allein in Österreich fallen bei diesem Thema rasch klingende Namen wie Familie Bacher und Thomas Dorfer im Landhaus Bacher oder Familie Döllerer in Golling bei Salzburg.

Als junger darf man seinen Vater nicht aus dem Betrieb hinausdrängen.
3-Sterne-Koch Marc Haeberlin, Restaurant L’Auberge de l’Ill


Am internationalen Parkett schwingen Familien wie die Troisgros – Michel Troisgros führt bereits in dritter Generation das Sternelokal in Frankreich – oder Elena Arzak und ihr Vater Jean-Marie in Spanien die sternebesetzten Kochlöffel. Aber auch Gegenbeispiele, Verwandte, die auf die Familientradition pfeifen, kennt die Branche: So kehrte Alexander Winkler nach seiner Lehrzeit bei seinem Vater, Sternekoch Heinz Winkler, der Küche den Rücken und wechselte in den Service-Bereich. Veronique Witzigmann übernahm zwar zunächst das Restaurant ihres Vaters Eckart Witzigmann, die Aubergine in München, schloss es aber nach zwei Jahren und widmete sich der Herstellung von Chutneys und Marmeladen sowie dem Schreiben von Kochbüchern.



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