Ausgabe 188, Porträts, NL Karriere 160417, POS 6 Karriere

Juan Amador: Der Geläuterte

Wann kommt Juan Amador an, wann fährt er wieder etwas an die Wand? Spekulationen ist der Sternekoch gewöhnt, doch Totgeglaubte leben bekanntlich länger. Über Fehler und den Neuanfang in Wien.

Text: Marion Wolf     Fotos: Wonge Bergmann, studio@koeb.at, Monika Reiter

Juan, quo vadis?

Langen, Wiesbaden, Frankfurt, Mannheim, Bukarest, Mallorca, Moskau, Abu Dhabi, Singapur – jetzt Wien. Ein vor Kraft strotzender Stierkopf ziert den Eingangsbereich von Juan Amadors neuem Lokal im 19. Bezirk der österreichischen Hauptstadt. Sein Markenzeichen begleitet ihn weiter, ansonsten scheint er von dem Sternenglanz früherer Zeiten nicht viel mitgebracht zu haben. Augenscheinlich. Auch der sonst so provokante Starkoch gibt sich weniger angriffslustig. 

Das Ende seines Restaurants Amador in Mannheim, neun Monate Auszeit, ein geplatztes Projekt im ehemaligen Cabaret Renz in Wien und eine Hüft-OP liegen hinter Juan Amador. Jetzt ist der über die Maßen in den Himmel gehobene und tief gefallene Held zurück – ein neuer, ein geläuterter Amador, so scheint es. 

07.04.2016