Ausgabe 195, Karriere-Tipps

Arbeiten in Norwegen

Norwegen glänzt in jedem Jahr auf der Liste der Länder mit der höchsten Lebensqualität an Spitzenpositionen. Koch, Caterer und Wahl-Norweger Oliver Weber über das Gesundheitssystem, treue Gäste und Steuervorteile für Expats.

Text: Kathrin Löffel     Fotos: Helge O. Sommer, Mathias Hamrén, Tuuka Koski, Abdul Jauwad, Shutterstock

Koch, Caterer und Wahl-Norweger Oliver Weber über das Gesundheitssystem, treue Gäste und Steuervorteile für Expats

Nordisch by nature 

Der 30-jährige Oliver Weber bringt seinen Österreichischen Schmäh in die norwegische Kleinstadt Hamar. Er kennt das Land, die Leute und die Mentalität nach vier Jahren im Norden ganz genau. 

Wieso sind Sie 2012 nach Norwegen ausgewandert?
Oliver Weber: Ich habe zuvor auf der MS Europa gearbeitet und kannte durch die Nordroute das Land schon. Das Flair, die kleinen Hütten an der Küste, die Fischmärkte – all das hat mir sehr gut gefallen. Ein Freund von mir hatte damals schon bei einem Catering-Unternehmen gearbeitet und nachdem ich vom Schiff ging, bekam ich ein Angebot, bei ebendiesem Caterer einzusteigen. Da habe ich nicht lange überlegt und sofort einen Flieger gebucht. Ich wollte eigentlich nur mal ein Jahr in Norwegen leben. 

Aber dann haben Sie sich in Norwegen selbständig gemacht. Wie haben Sie diesen Schritt in einem fremden Land empfunden? 
Weber: Das Catering-Unternehmen, für das ich gearbeitet habe, wurde aufgekauft. Die neue Geschäftsleitung hat das Konzept ziemlich umgekrempelt. Da habe ich den Entschluss gefasst, mich gemeinsam mit einer damaligen Kollegin selbständig zu machen und etwas Eigenes aufzuziehen. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon Norwegisch gesprochen und hatte keine Probleme mit Verträgen oder Ähnlichem für unsere Firma MjøsCatering. Grundsätzlich dauert hier allerdings alles ziemlich lange. Das kann ganz schön zermürbend sein, weil man ständig bei Behörden nachhaken muss. Bürokratische Hürden, wie man sie in Deutschland oder Österreich kennt, hatte ich dabei aber keine. Nur eben an die langsame Bearbeitung musste ich mich gewöhnen.

01.09.2016