Arbeiten in Brasilien

Arbeiten unter dem Zuckerhut-im größten Land Lateinamerikas.
November 13, 2015

Endlos langer Sandstrand, nur ein Mensch spazierend an Land umgeben von saftig grüner Landschaft

Das Grün der Flagge symbolisiert Waldreichtum, das Gelb Bodenschätze und Gold, das Blau steht für den Himmel, und die Sterne stehen für die einzelnen Bundesstaaten Brasiliens. Am Flaggenschriftband steht: Ordem e Progresso (Ordnung und Fortschritt). Nach diesem Motto agiert die föderative Republik Brasilien in allen Bereichen. Die vielfältigen Naturschätze, landwirtschaftlicher Aufschwung durch staatliche Unterstützung und Exportförderungen verbesserten die wirtschaftliche Situation des Landes.

Trotzdem liegt die Arbeitslosenquote der rund 170 Millionen Einwohnern bei knapp 13%, wovon São Paulo, Rio de Janeiro und Salvador die bevölkerungsreichsten Städte sind. Brasilien (Hauptstadt Brasília) ist das größte Land Lateinamerikas und umfasst nahezu die Hälfte des südamerikanischen Kontinents. Die fünf großen Regionen Norden, Nordosten, Süden, Südosten und der mittlere Westen prägen das Gebiet.

Den Norden dominiert üppiger Regenwald und das Amazonas Becken. Die flussreiche Landschaft ist eines der größten Süßwasserreservoirs der Erde, aber trotz der vorherrschenden Dürre im Nordosten leben hier 30% der Bevölkerung und bearbeiten die riesigen Ölfelder. Im Süden gibt es noch höhere landwirtschaftliche Wirtschaftsstandards und Industrie.

Ein Naturwunder der Welt, die Wasserfälle von Iguacu findet man ebenfalls im Süden. Im Südosten liegen nicht nur Brasiliens größte Städte, hier ist auch das Wirtschaftszentrum mit den meisten Dienstleistungsbetrieben (Einnahmequelle für 67% der Bevölkerung). Im mittleren Westen befindet sich zwar die Hauptstadt Brasilia, aber ansonsten findet man hier Savannen und tropisches Grasland bei geringer Bevölkerungsdichte.

Brasilien ist für seine Ausländerfreundlichkeit weltweit bekannt, schließlich leben Europäer, Asiaten, Amerikaner und Afrikaner seit langem, zwar nicht vorurteilsfrei, aber sehr friedlich zusammen. Bei einem Direktflug sind etwa zehn Stunden Flugzeit zu berechnen, günstiger sind Flüge über ein Drittland, das erhöht aber die Reisezeit um mehr als das Doppelte. Bevor man die Koffer endgültig packt, sollte man die unterschiedlichen Klimazonen berücksichtigen. Von Oktober bis März schwitzt man tagsüber zwischen 25 und 40°, in den Wintermonaten (April bis September) gibt es sogar Minusgrade.

Wer als ausländischer Arbeitnehmer die Hauptsprache Portugiesisch spricht (geringfügige brasilianischen Abwandlungen findet man in den unterschiedlichen Gebieten), erleichtert die Kommunikation. Fach- und Führungskräfte beherrschen oft auch Englisch, Südbrasilianer sprechen manchmal sogar Deutsch, allerdings sollte man sich darauf nicht verlassen.

eine Straße in Brasilien mit bunten Hausmauern und langen eingangstüren Leben und arbeiten in Brasilien

Freie Stellen in Brasilien werden lokal in Zeitungen, Fachzeitschriften oder Aushängen in Hotels oder Restaurants ausgeschrieben. Ob man sich als EU-Bürger für einen Job in der Gastronomie bewerben kann, hängt vom Niveau der Arbeit ab. Arbeitsvisa genehmigt Brasilien in der Regel nur für Hochqualifizierte, Firmenchefs oder leitende Angestellte. Jobs, die gut von Brasilianern selbst zu besetzen sind, werden aufgrund der hohen Arbeitslosenquote auch nur an Einheimische vergeben.

Denkbar ist ein Arbeitsvisum für einen Job als Chef oder leitender Angestellter eines Hotels einer internationalen Kette, oder eine weitere Möglichkeit wäre, wenn ein deutsches Spezialitätenrestaurant einen deutschen Chefkoch importiert. (Zum Beispiel leitet ein Franzose ein neues Hotel der Accor-Kette, ein Portugiese eines von Pestana.) Solche Stellenanzeigen erscheinen dann auch (wenn auch sehr selten) in den großen Tages- oder Wochenzeitungen EU-Europas. Erst über den brasilianischen Arbeitgeber bekommt man dann über das Konsulat das Arbeitsvisum.

Die Eigenbewerbung auf ein Arbeitsvisum ist nicht möglich, außer man heiratet eine(n) Brasilianer(in). Eine weitere Möglichkeit ist die Eröffnung einer Pension oder eines Restaurants. Dazu muss die Investsumme von mindestens U$ 50 000 eingesetzt und deklariert werden. In diesem Fall wird ein Visum von anfänglich 5 Jahren erteilt. Im Normalfall stellt der künftige Arbeitgeber für die Arbeitserlaubnis einen Antrag beim brasilianischen Arbeitsministerium. Erst wenn diese bestätigt ist, wird dann die Aufenthaltsgenehmigung entweder als Dauervisum ?Visto Permanente? oder als befristetes Visum ?Visto Temporário erteilt und muss bei den zuständigen Konsulaten beantragt werden. Zuerst muss der Arbeitnehmer Lebenslauf, Zeugnisse, Unterlagen über Ausbildung, Berufserfahrung und Daten zur Person beim Konsulat einreichen. Damit das Visum dann endgültig ausgestellt wird, benötigt man Folgendes:

  • Den noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass
  • Zwei in englischer oder portugiesischer Sprache ausgefüllte Antragsformulare, die bei der Konsularvertretung ausgegeben werden.
  • Zwei gleiche 3x4cm große Fotos
  • Antragsteller über 18 Jahre brauchen ein polizeiliches Führungszeugnis, nicht älter als drei Monate, plus 23 Euro Legalisierungsgebühr.
  • In manchen Fällen ein internationales Impfzeugnis oder ärztliches Attest.
  • Visagebühr über 115 Euro (zeitlich begrenztes Visum zur Arbeitsaufnahme).

Man sollte sich vor Gebührenentrichtungen genau erkundigen, weil aufgrund mehrerer Sonderabkommen brauchen deutsche, italienische, schwedische und belgische Staatsbürger keine Visagebühr zu bezahlen. Nach seiner Einreise muss man sich innerhalb von 30 Tagen bei der nächstgelegenen Bundespolizeidienstelle melden. Erst dann kann man sich bei der zuständigen Steuerbehörde „CPF-Cadastro de Pessoas Fisicas“ registrieren lassen. Diese CPF-Nummer ist nicht nur für steuerliche Belange, sondern auch für eine Bankkontoeröffnung nötig.

Aushilfspersonal in der Gastronomiebranche wird sehr schlecht bezahlt. Im Durchschnitt erhält man 1000 Reais monatlich, was ca. 300 Euro (3,6 R$ = 1 Euro) entspricht. Der 10%ige Trinkgeldaufschlag hat auch noch keinen reich gemacht. Die Lebenshaltungskosten sind aber in etwa mit europäischen Verhältnissen vergleichbar. Deshalb werden, wie vorher angeführt, nur höhere Positionen mit Ausländern besetzt. Zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherungen werden empfohlen, weil deutsche Krankenversicherungen in Brasilien nicht gelten. In den Großstädten Brasiliens kann man auch eine örtliche Krankenversicherung abschließen, die medizinische Versorgung gilt als gut.

Cristo Redentor, monumentale Christusstatue im Süden von Rio de Janeiro auf dem Berg Corcovado

Konsulate und Botschaften:

Konsularabteilung der Brasilianischen Botschaft in Berlin
Wollstr. 57, D-10179 Berlin
Tel.. +49 (0) 30 72628600, Fax: +49 (0) 4459184
Email: brasil@brasemberlim.de

www.brasilianische-botschaft.de

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Hansaallee 32a-b, D-60322 Frankfurt/ Main
Tel.: +49 (0) 69 9207420
Fax: +49 (0) 69 92074230
Email: info@consbras-frankfurt.de

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Am Lugeck 1/V/15, A-1010 Wien
Tel.: +43 (0)1 51206311, Fax. +43 (0) 1 5138374
Email: ausbrem@utanet.at

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in Bern Konsularabteilung
Monbijoustr. 68, Ch-3007 Bern
Tel.: +41 (31) 3718515
Fax: +41 (31) 3710525
Email: brasbern@iprolink.ch

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Bürglistr. 6, Ch-8002 Zürich
Tel.: +41 (1) 2069020
Fax. +41 (1) 2069021
Email: geral@consuladobrasil.ch

www.consuladobrasil.ch

Hilfreiche E-Mail-Adressen
(Brasilianisches Fremdenverkehrsamt)
www.embratur.gov.br
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Kammern in Brasilien:

Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammern
Rio de Janeiro
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Rio de Janeiro-RJ 20030-002
Tel.: +5521 2224-2123, Fax: +55212252-7758
Email: pklam@ahk.com.br

www.ahk.com.br

Hauptgeschäftsstelle Brasilien
Rua Verbo Divino 1488-3°andar
São Paulo-SP 04719-904
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Email: ahkbras@ahkbrasil.com

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Bundesverwaltungsamt Informationsstelle für
Auslandstätige und Auswanderer
Referat V2
Barbarastr.1
D-50735 Köln
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Fax: +49 (0) 221-758-2768

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