Arbeiten in Neuseeland

Am anderen Ende der Welt ist es leicht, einen Job zu finden. Neuseeland bietet nicht nur traumhafte Landschaft und tolle Lebensqualität, sondern auch unschlagbare Karrierechancen.
November 13, 2015 | Fotos: The Farm at Cape Kidnappers, Hilton Queenstown, Crowne Plaza Queenstown, Matakauri Lodge, Herzog Winery, Lodge at Kauri Cliffs

Arbeiten in Neuseeland

Wenn Hobbit Bilbo Beutlin mit den 13 Zwergen auf der großen Kinoleinwand loszieht, um in Mittelerde neue Abenteuer zu sammeln, erlebt der Tourismusboom in Neuseeland garantiert auch 2013 eine erneute Explosion. Die Statistik zeigt, dass beispielsweise 80 Prozent der englischen Touristen ihren Urlaub in Neuseeland planten, nachdem sie „Herr der Ringe“ auf der Leinwand gesehen hatten. Soll heißen: Die Kiwis, wie sich die Bewohner Neuseelands liebevoll selbst nennen, sind wieder verstärkt auf der Suche nach erfahrenen Fachkräften aus Europa.

Neuseeland ist ein Einwanderungsland. Also genau wie in den USA, Kanada oder Australien werden gezielt Einwanderer gesucht, die von besonderem Vorteil für die nationale Wirtschaft sind. Der gebürtige Dresdner Robert Maybach ist Sous Chef im in Auckland gelegenen Fine-Dining-Restaurant Roxy und macht allen auswanderungswilligen Neuseeland-Fans Hoffnung: „Also ich kann zwar aktuell nur von Auckland sprechen, aber hier suchen die Spitzengastronomen recht ordentlich nach gut ausgebildetem Personal. Es schaut hier derzeit nämlich…

Arbeiten in Neuseeland

Wenn Hobbit Bilbo Beutlin mit den 13 Zwergen auf der großen Kinoleinwand loszieht, um in Mittelerde neue Abenteuer zu sammeln, erlebt der Tourismusboom in Neuseeland garantiert auch 2013 eine erneute Explosion. Die Statistik zeigt, dass beispielsweise 80 Prozent der englischen Touristen ihren Urlaub in Neuseeland planten, nachdem sie „Herr der Ringe“ auf der Leinwand gesehen hatten. Soll heißen: Die Kiwis, wie sich die Bewohner Neuseelands liebevoll selbst nennen, sind wieder verstärkt auf der Suche nach erfahrenen Fachkräften aus Europa.

Neuseeland ist ein Einwanderungsland. Also genau wie in den USA, Kanada oder Australien werden gezielt Einwanderer gesucht, die von besonderem Vorteil für die nationale Wirtschaft sind. Der gebürtige Dresdner Robert Maybach ist Sous Chef im in Auckland gelegenen Fine-Dining-Restaurant Roxy und macht allen auswanderungswilligen Neuseeland-Fans Hoffnung: „Also ich kann zwar aktuell nur von Auckland sprechen, aber hier suchen die Spitzengastronomen recht ordentlich nach gut ausgebildetem Personal. Es schaut hier derzeit nämlich etwas mau mit Kochnachwuchs aus!“

Ehrgeiz und Bereitwilligkeit zum Risiko sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Robert Maybach, Sous Chef im Restaurant Roxy

Doch wie geht man es am besten an? Als deutscher oder österreichischer Staatsbürger kann man mit einem Reisepass nach Neuseeland einreisen, der nach dem Aufenthalt in Neuseeland noch mindestens drei Monate gültig ist, und sich zur Arbeitssuche bis zu drei Monate ohne Visum in Neuseeland aufhalten. Um in Neuseeland jedoch arbeiten zu dürfen, benötigt man ein Arbeitsvisum, das für drei Jahre ausgestellt wird und verlängerbar ist. Bei der Antragstellung muss man ein Jobangebot eines neuseeländischen Arbeitgebers nachweisen. Dieser muss gegenüber der Einwanderungsbehörde auch sicherstellen, dass für die jeweilige Stelle kein neuseeländischer Kandidat zur Verfügung steht.

Hat man diesen Schritt geschafft, warten laut Maybach jedoch hervorragende Karrierechancen: „Köche aus Europa sind gern gesehen. Ich bin beispielsweise in drei Monaten vom Chef de Partie zum Sous Chef befördert worden.“ Besonders begeistert ist der 30-jährige Koch von den tollen Produkten, die man überall findet: „Seafood ist hier natürlich der Hammer, aber es gibt auch genialen Wein und unglaublich viele faszinierende kleine Produzenten, die einen mit den irrsten Rohstoffen beliefern.“

Paradies auf Erden

Das Gehalt wird laut Maybach interessanterweise mittels Stechuhr stündlich abgerechnet und wöchentlich ausbezahlt. Generell verdient man in Neuseeland weniger als in unseren Breitengraden, hat aber auch keine hohen Lebenshaltungskosten. Die meisten Neuseeländer haben ein eigenes Haus und es gibt relativ wenige Mietwohnungen. Doch diese sind sogar in den großen Städten ziemlich preisgünstig, so kostet ein WG-Zimmer zwischen 30 und 40 Euro in der Woche. Neben der niedrigen Einkommenssteuer müssen die Arbeitnehmer keine zusätzlichen Steuern zahlen, da das Sozialsystem ohne Weiteres von Steuern bezahlt werden kann. Der Urlaub eines neuseeländischen Arbeitnehmers beträgt drei Wochen pro Jahr und wird bezahlt, Feiertage kommen auch noch hinzu.

Paradies auf Erden

Neuseeland ist für alle Auswanderer das ultimative Traumziel, weil man hier genau das bekommt, was viele in der stressig gewordenen Welt vermissen. Ruhe, Natur und Einsamkeit sind nämlich charakteristisch für das Land, das nur vier Millionen Einwohner zählt. Wer seinen Arbeitsaufenthalt möglichst perfekt planen will, sollte aber bereits vor seiner Abreise Kontakt mit der New Zealand Qualifications Authority aufnehmen. Die Organisation ist für die Bewertung von akademischen und wirtschaftlichen Qualifikationen zuständig und nimmt Einstufungen gemäß den neuseeländischen Standards vor.

Der Karrierecheck

Die wichtigsten Kriterien im Check
Das sollten Sie wissen, bevor Sie zu arbeiten beginnen.

Karrierechancen

Sehr gut, da die deutsche Ausbildung hier sehr hoch angesehen wird. Dazu kommt, das viele der bereits sehr gut ausgebildeten Neuseeländer nach Australien gehen, um dort Karriere zu machen.

Benefits

Nein. Aber dafür ist jeder Neuseeländer und Einwanderer mit zweijährigem Dauervisum staatlich krankenversichert. Auch das Sozialsystem in Neuseeland ist sehr gut.

Arbeitsumfeld

Die Kiwis, wie man die Bewohner Neuseelands gerne nennt, fallen durch ihre Aufgeschlossenheit und Gastfreundschaft auf, die sich jeden Einwanderer sofort heimisch fühlen lässt.

Gehalt

Die neuseeländischen Gehälter liegen etwas unter dem deutschen Niveau. Wer in Neuseeland lebt und arbeitet, muss auch das Einkommen dort versteuern.

Jobangebot

Da jährlich sehr viele Menschen einwandern wollen, kann sich Neuseeland die bestqualifizierten Arbeitskräfte aussuchen. Europäische Spitzenkräfte werden aber gerne angestellt.

Sprachbarrieren

Missverständnisse zwischen Sprechern des neuseeländischen und des britischen Schulenglisch sind definitiv nicht ausgeschlossen.

Die besten Jobadressen

Hier finden Sie den Traumjob.

Tophäuser und Hotelketten
www.blanketbay.com
www.capekidnappers.com
www.crowneplazaauckland.co.nz
www.hamuranalodge.com
www.kauricliffs.com
www.matakauri.co.nz
www.queenstownhilton.com
www.thegeorge.com
www.thespirehotel.com
www.blackrockcareers.com

Interview mit Danny Hagenah

Danny HagenahRestaurantleiter in der Herzog Winery

www.herzog.co.nz

Kiwi-Experte

Der aus Stade stammende Danny Hagenah startete seine Karriere nach der Ausbildung bei der Adlon Holding Berlin und war danach Chef de Rang bei Tim Raue. der 26-jährige über vielfältige Karrierechancen, saisonale Herausforderungen und darüber, wie aus Gästen Freunde werden.

ROLLING PIN: Vom Norden Deutschlands nach Down Under: warum?

Danny Hagenah: Es war eigentlich eine mehr oder weniger spontane Entscheidung. Aber die Gründe waren definitiv Abenteuer, das Streben nach Neuem, Wein und die wunderschöne Landschaft. Die Welt ist da, um sie sich anzuschauen. Warum nicht am Ende starten?

RP: Ist das Ende der Welt denn auch eine Reputation im Lebenslauf?

Hagenah: Ich denke schon, denn die Klientel ist sehr international, es gibt tolle Hotels und ausgezeichnete Restaurants. Neuseeland ist aber noch, gerade was das Top-Niveau angeht, ein sehr junges Land und das macht auch den Reiz aus.

RP: Man hört, es sei schwierig, in Neuseeland zu tollen Produkten zu kommen.

Hagenah: Ja und nein. Neuseeland produziert selbst einen ausgezeichneten Wein und bietet mittlerweile ein breites Portfolio an tollen und spannenden Winzern, die fantastischen Wein produzieren. Weine aus Australien sind selbstverständlich auch sehr gut vertreten, es ist aber schwierig, Weine aus Übersee zu bekommen, gerade was Tropfen aus Deutschland und Österreich angeht. Auch aus Italien und Frankreich bekommt man meist nur die großen Produzenten, was zum einen sehr schade ist, auf der anderen Seite probiert man so aber vermehrt die regionalen Produzenten und schaut sich noch mehr um, was so hergestellt wird. Verstärkt sieht man dies auch bei den Lebensmitteln. Man lernt hier wirklich, wieder mit saisonalen Produkten zu arbeiten, da sie sonst viel zu teuer sind. So kostet eine Tomate im Winter bis zu 1,50 Euro. Andererseits bekommt man Hummer sowie Austern für wenig Geld an der Straße oder frisches Wild vom Nachbarn einfach geschenkt.

RP: Was sind die besonderen Herausforderungen in Neuseeland?

Hagenah: Es ist wie gesagt der Blick auf die saisonalen Herausforderungen, aber auch die Arbeit mit Lieferanten ist sehr schwierig. Sie sind im ganzen Land verteilt und es sind meist eher kleine Betriebe. So muss man den Wareneinkauf und die Lieferzeiten immer stark im Auge behalten.

RP: Gibt es grundlegende Unterschiede zwischen der Gastronomie in Neuseeland und der heimischen?

Hagenah: Die Kaffeekultur ist zunächst ein wenig anders. Sie ist sehr ausgeprägt und macht unwahrscheinlich Spaß. Bei Begriffen wie Flatwhite oder Long Black verstehen Europäer jedoch erst einmal nur Bahnhof. Generell sind die Gäste aufgeschlossener und es findet zwischen dem Service und dem Gast prinzipiell eine Konversation statt. Diese kann auch schnell damit enden, dass man am kommenden Wochenende zum Essen eingeladen wird. Brot bekommt man fast überall nur mit Aufpreis, wobei man generell sagen muss, dass alles, was in Europa umsonst auf die Tische kommt, hier bezahlt werden muss. Wenn Gäste etwas nicht mögen und es Dinge zu bemängeln gibt, wird das meist nicht gesagt. So kann es passieren, dass der Teller fast voll und unberührt bleibt, der Gast aber sagt, dass alles in Ordnung war. Er zahlt dann ganz normal, aber kommt in der Regel nicht wieder.

RP: Das Wichtigste zum Schluss: Wie viel kann man in Down Under verdienen?

Hagenah: Ich würde sagen, dass das Gehalt dem in Deutschland gleicht. Aber man fliegt nicht 25.000 Kilometer um den Erdball, um in der Gastronomie viel Geld zu verdienen. Dafür geht man eher in die Schweiz.

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