Best Bosses: Was macht die besten Arbeitgeber aus?

Geld für soziales Engagement, regelmässiges Feedback und Lohn bis über den Tod hinaus – was die Gastronomie von den besten Arbeitgebern der Welt lernen kann.
Feber 15, 2019

Was macht einen guten Arbeitgeber aus? In einem Punkt ist sich nicht nur die Branche, sondern mittlerweile auch die gesamte Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts einig: glückliche und zufriedene Mitarbeiter. Natürlich: Eine faire Entlohnung ist wesentlicher Bestandteil eines guten Arbeitsverhältnisses. Doch wie mehrere Umfragen zeigen, ist Gehalt – sofern es natürlich fair ist – bei Weitem nicht alles.
Es ist lediglich die Basis, auf der viele weitere Attraktivitätskriterien aufbauen. Dabei sind es nicht nur die Arbeitnehmer, die erpresserisch auf einem Luxus nach dem anderen beharren, sondern vielmehr die Arbeitgeber, die den Mehrwert ihrer eigenen Attraktivität für ihre Mitarbeiter erkannt haben – und entsprechend zu kultivieren versuchen.
csm_rp233-arbeitgeber-header_9a0e404bcfOb drei Bio-Mahlzeiten pro Tag oder ein unternehmensinternes Wellness-Center – sogenannte Benefits sind schön und gut, doch sie nützen nichts, wenn den Mitarbeitern kein Raum für die persönliche Entfaltung und Wertschätzung geboten wird.

Was macht einen guten Arbeitgeber aus? In einem Punkt ist sich nicht nur die Branche, sondern mittlerweile auch die gesamte Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts einig: glückliche und zufriedene Mitarbeiter. Natürlich: Eine faire Entlohnung ist wesentlicher Bestandteil eines guten Arbeitsverhältnisses. Doch wie mehrere Umfragen zeigen, ist Gehalt – sofern es natürlich fair ist – bei Weitem nicht alles.
Es ist lediglich die Basis, auf der viele weitere Attraktivitätskriterien aufbauen. Dabei sind es nicht nur die Arbeitnehmer, die erpresserisch auf einem Luxus nach dem anderen beharren, sondern vielmehr die Arbeitgeber, die den Mehrwert ihrer eigenen Attraktivität für ihre Mitarbeiter erkannt haben – und entsprechend zu kultivieren versuchen.
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Ob drei Bio-Mahlzeiten pro Tag oder ein unternehmensinternes Wellness-Center – sogenannte Benefits sind schön und gut, doch sie nützen nichts, wenn den Mitarbeitern kein Raum für die persönliche Entfaltung und Wertschätzung geboten wird. 
Was ist es also, das Arbeitgeber attraktiv, ja geradezu begehrt bei Bewerbern und ihren Angestellten macht? Es ist bezeichnend, dass in den vergangenen fünf Jahren Umfragen und Studien zu diesem Thema förmlich explodiert sind. Und so methodisch vielfältig, so unterschiedlich ihre Rankings auch sein mögen, es lassen sich bestimmte Trends und Unternehmen ausmachen, die immer wiederkehren und als übliche Verdächtige aufschlussreiche Antworten geben.
Ob drei Bio-Mahlzeiten pro Tag oder ein unternehmensinternes Wellness-Center – sogenannte Benefits sind schön und gut, doch sie nützen nichts, wenn den Mitarbeitern kein Raum für persönliche Entfaltung und Wertschätzung geboten wird.

Individuelle Zuwendung

Das Tagungshotel Schindlerhof in Nürnberg ist nicht nur die aktuelle Nummer eins des renommierten Great-Place-to-Work-Wettbewerbs „Deutschlands Bester Arbeitgeber 2018“, sondern auch mehrmaliger Rankingteilnehmer unter „Europas beste Arbeitgeber“. Alle Auszeichnungen aufzuzählen, die der Schindlerhof bisher für seine Leistungen als Arbeitgeber eingeheimst hat, würde den Rahmen sprengen – umso aufschlussreicher ist es daher zu wissen, was die Führungsriege um Klaus Kobjoll, den Gründer des Schindlerhofs, richtig macht.
„Wir sehen Menschen nicht als Human Resources, sondern als Human Stars“, so Nicole Kobjoll vom Schindlerhof. Damit hängt vor allem die individuelle Förderung von Talenten zusammen, die das Unternehmen konsequent vorantreibt. „Das bedeutet auch, einzelne Mitarbeiter genau zu kennen“, so Kobjoll. Damit spricht Kobjoll einen zentralen Punkt an. Denn wer als Unternehmer oder Führungskraft seine Mitarbeiter langfristig glücklich machen – und halten – möchte, muss deren persönliche Ambitionen ernst nehmen.

Hoch im Kurs: Gesundheitsförderung

Das Beratungsunternehmen KPMG beispielsweise sorgt dafür, dass Mitarbeiter nicht weniger als 50 Stunden pro Jahr bei Fortbildungen verbringen. Außerdem verfügen knapp 15.000 Mitarbeiter über einen Mentor, um regelmäßig über ihre Leistung, ihr Wohlbefinden und ihre Ziele reflektieren zu können. Doch dieser Trend zur individuellen Förderung der Mitarbeiter bringt eine zusätzliche, immer weiter verbreitete Praxis mit sich, auf die Arbeitgeber aus mannigfaltigen Gründen setzen: die Gesundheitsversorgung von Mitarbeitern.
So übernimmt die Boston Consulting Group (BCG) nicht nur die 100-prozentige Krankenversicherung für Voll- und Teilzeitkräfte, sondern investierte zudem 110 Millionen Dollar in die Burnout-Prävention ihrer Mitarbeiter. Die Technologie-Firma Ultimate Software geht sogar einen Schritt weiter und übernimmt die Gesundheitsvorsorge auch für die Angehörigen der Mitarbeiter.
Unternehmen wie Baird Financials setzen außerdem auf unternehmensinterne medizinische Betreuung, die amerikanische Supermarktkette Wegmann Food Markets versorgt ihre Mitarbeiter mit Impfungen, Yoga-Stunden und einem Wellness-Center. Das Biotechnologie-Unternehmen Genentech bietet seinen Mitarbeiten neben Massagesessel und einem Schönheitssalon auch Billardtische und Fitnesscenter.

Bezahlung ins Jenseits

Eines jener Unternehmen, die unbestritten zu den attraktivsten gehören, ist und bleibt der Technologie-Konzern Google. Laut einigen Rankings und Studien ein regelrechter Traumarbeitgeber, sorgt Google mit drei Bio-Mahlzeiten pro Tag, endlosen Mengen an Snacks für zwischendurch, unternehmensinterner Fahrradreparatur und sogar Öl-Wechsel fürs Auto, aber auch mit jederzeit zugänglichen Waschküchen für jede Menge zufriedene Mitarbeiter.
Das Beeindruckendste: Google bleibt seinen Mitarbeitern in Sachen Benefits treu bis über den Tod hinaus, denn deren Angehörige erhalten zehn Jahre lang (!) die Hälfte des Gehaltes weiterbezahlt. Bei all diesen Hard Facts sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es einer neuen Generation von Arbeitnehmern nicht nur um materielle Benefits geht.
Laut der Deloitte Millennial Study 2018 ist für die Millennial-Arbeitnehmer nicht nur die Frage der sozialen Verantwortung und der Sinnhaftigkeit zunehmend wichtig, sondern auch die Bereitschaft, den Job zu wechseln, steigt wieder merklich an. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es – zumindest in der westlichen Welt – wirtschaftlich wieder etwas stabiler wird. Doch Arbeitgeber scheinen im Großen und Ganzen nur ungenügend auf solche Trends vorbereitet zu sein.

Fordernde Millennials

Bleiben wir kurz beim Trend der sozialen Verantwortung und der Sinnhaftigkeit. Laut der Deloitte Millennial Survey 2018 sehnen sich die jungen Arbeitnehmer von heute und damit die Entscheidungsträger der Zukunft bei Unternehmen nach Zielen und Ergebnissen, die über das reine Primat der Unternehmensgewinne hinausgehen.
Dass das Unternehmen in ihrer (zukünftigen) Rolle als Arbeitgeber vor eine große Herausforderung stellt, versteht sich von selbst. Doch einige reagieren bereits jetzt auf diesen Gamechanger. Das Cloud-Computing-Unternehmen aus San Francisco Salesforce etwa bietet seinen Mitarbeitern daher sechs Tage pro Jahr, in denen sie sich einem Ehrenamt bzw. Freiwilligenarbeit widmen dürfen. Jene Mitarbeiter, die alle sechs Tage im Jahr dafür „nutzen“, dürfen aus dem Geldbeutel der Firma 1000 Dollar an eine NGO oder einen Wohltätigkeitsverein ihrer Wahl spenden.
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78 Prozent der Mitarbeiter finden, dass die Vermittlung einer klaren Unternehmensvision die Jobzufriedenheit massiv steigert.

Minderheitenfreundliche Hotellerie

Doch die moralisch-ethischen Maßstäbe, die die Attraktivitätskriterien von Arbeitgebern zunehmend mitbestimmen, spiegeln sich neuerdings auch in anderen Maßnahmen wider, mit denen Unternehmen ihre Mitarbeiter langfristig an sich zu binden versuchen. Spitzbübisch formuliert könnte man sagen, die Political Correctness wird zum alles bestimmenden Gradmesser für das gelungene Employer Branding der Zukunft.
Beim Software-Unternehmen Workday beispielsweise arbeiten nicht nur über 40 Prozent Menschen, die zu den gesellschaftlichen Minderheiten gehören. Das Unternehmen setzt sich darüber hinaus auch aktiv für die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare ein. Auffällig ist, wie viel Unternehmen aus der Hotellerie dabei die Nase vorn haben. Im renommierten Ranking „The Best Workplaces for Diversity“ des Fortune-Magazines hält die US-amerikanische Hotelkette Hilton Worldwide den ersten Platz, Marriott International ist auf Platz sechs, Kimpton Hotels & Restaurants auf Platz neun und Hyatt Hotels auf Platz 17. Im Bereich der Gastronomie belegen die Cheesecake Factory Platz 14 und McDonald’s Platz 24.

Gemeinsam Drachen töten

Doch ein diskriminierungsfreier und hierarchisch flacher Arbeitgeber muss nicht immer an die Grenze zum sozialpolitischen Aktivismus gehen. Das gilt vor allem für kleinere Arbeitgeber. René Redzepi beispielsweise hat gezeigt, wie wertvoll Loyalität für die Beziehung zwischen Arbeitgeber und -nehmer sein kann.

Vom Tellerwäscher zum Geschäftspartner

Das nordische Küchenwunder, das mit seinem Gourmet-Tempel noma vier Mal die Lise der World’s 50 Best Restaurants anführte, machte für sein im Februar vergangenen Jahres eröffnetes noma 2.0 seinen Tellerwäscher zum Chef, genauer gesagt zum neuen Restaurant-Partner. 14 Jahre sorgte dieser zum damaligen Zeitpunkt in seiner Position als Tellerwäscher dafür, dass alles, was die Küchencrew so zauberte, auch tatsächlich auf sauberen Tellern landete.
„Es ist ein fantastisches neues Projekt, aber was wäre es wert ohne seine Mitarbeiter?“, so der 3-Sterne-Koch damals. Wer Mitarbeiter hält, hat nicht nur loyale Wegbegleiter, sondern auch hochkompetente Mitstreiter, die es zu belohnen gilt. Individuelle Förderung, Anerkennung, finanzielle Beteiligung an einem großen Ganzen und vor allem die Vermittlung des Anspruchs, gemeinsam an einem Strang zu ziehen: „Killing the Dragon – gemeinsam Drachen töten“, nennt das Nicole Kobjoll vom Schindlerhof. Ein Bild, das wohl mehr aussagt als tausend Benefits.
www.greatplacetowork.de

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