Dr. Alaba: The Tribute

Wenn vier Freunde tun, was sie wollen und sehr gut können, und aus Alaba plötzlich ein Doktor wird, der keine Rezepte verschreibt, sondern zubereitet – dann ist man wohl in der genialsten Pension von Spanien gelandet.
November 2, 2018 | Text: Nina Wessely | Fotos: Claudio Martinuzzi, beigestellt

Wie beschreibt man einen Ort, für den man keine Worte findet? Noch nie gefunden hat? Nicht im Entstehen und schon gar nicht beim lange erwarteten Erlebnis. Ein Ort, der dann noch dazu Dr. Alaba heißt. Wie unser Fußballer. Denkt man als Österreicher. Wobei dieser dabei weder Hände noch Füße mit im Spiel hatte. Das ist Zufall. Wie sonst nichts und alles an diesem Ort. Ebenso wie es Tenacious D im gleichnamigen Song vertont: Ihr müsst euch mit dem Tribut zufriedengeben. Das Original musst Du: Erleben. Es gibt Dinge, da reichen die Worte nicht hin. Nicht einmal Musik.
Dr. Alaba

Der Tribute-Versuch startet hier:

Dr. Alaba im spanischen San Sebastiàn im belebten Viertel Gros, das sich hinter die Ausläufer der Atlantik-Bucht Zoriola schmiegt, ist – um mit den Fakten zu beginnen – eine Pension. Kein Restaurant. Eine Pension. Mit einem Zimmer. Und einem Bett. Ein Herd, eine Terrasse und vier Ausnahme-Menschen, die den fünften im Bunde, Dr. Alaba, zu einem Erlebnis machen. Unkopierbar. Und unvergesslich. Dr. Alaba heißt das Ganze weil davor ein Radiologe hier eingemietet war. Der Dr. Alaba. Menschen durchleuchten steht hier jetzt nicht mehr am Plan. Sondern erleuchten. Klingt kitschig. Ist es gar nicht. Die Erleuchtung muss auch nicht von den vier Köche kommen, die sich mit Dr. Alaba ihren Traum erfüllt haben.

Ein Traum, der übrigens 2011 auf einer Südseeinsel zum Lied „Follow“ der Crystal Fighters entstanden ist. „Manchmal, beziehungsweise immer, passiert die Erleuchtung, dieses Hochgefühl, gerade Teil von etwas Einzigartigem und Besonderem zu werden, ganz von selbst. Springt von Gast auf Gast über. Manchmal startet es beim Ambiente. Manchmal beim Essen. Und manchmal eben beim Gast“, erklärt gerade noch Javi P3z, internationaler DJ mit Homebase in San Sebastián, als mit dem ersten Gericht, einem schlichten Seeigel, Stille einkehrt.

Ein Seeigel. Fertig. Der Geschmack aber derart genial und potent herausgearbeitet, dass man meinen könnte, auch die restlichen Gerichte schmeckten ab sofort nach diesem Seeigel. Tun sie natürlich nicht. Die Handschrift eines jeden Kochs ist klar erkennbar. In jedem Gericht. Die einen Aromen kommen verspielt daher, die anderen subtiler, gar schüchtern, aber ultraharmonisch. Zwischendurch gibt es ganz klar definierte Geschmäcke, die mit ihrer Kraft nicht hinterm Berg halten. Das klingt schwer vereinbar, ist es aber schon, bevor es überhaupt den Gast erreicht.

Wie beschreibt man einen Ort, für den man keine Worte findet? Noch nie gefunden hat? Nicht im Entstehen und schon gar nicht beim lange erwarteten Erlebnis. Ein Ort, der dann noch dazu Dr. Alaba heißt. Wie unser Fußballer. Denkt man als Österreicher. Wobei dieser dabei weder Hände noch Füße mit im Spiel hatte. Das ist Zufall. Wie sonst nichts und alles an diesem Ort. Ebenso wie es Tenacious D im gleichnamigen Song vertont: Ihr müsst euch mit dem Tribut zufriedengeben. Das Original musst Du: Erleben. Es gibt Dinge, da reichen die Worte nicht hin. Nicht einmal Musik.
Dr. Alaba
Jeder auf seine eigene Tonart, aber gemeinsam voll im Rhythmus. Dr. Alaba ist eine kulinarische Jam Session, die man niemals vergisst.

Der Tribute-Versuch startet hier:

Dr. Alaba im spanischen San Sebastiàn im belebten Viertel Gros, das sich hinter die Ausläufer der Atlantik-Bucht Zoriola schmiegt, ist – um mit den Fakten zu beginnen – eine Pension. Kein Restaurant. Eine Pension. Mit einem Zimmer. Und einem Bett. Ein Herd, eine Terrasse und vier Ausnahme-Menschen, die den fünften im Bunde, Dr. Alaba, zu einem Erlebnis machen. Unkopierbar. Und unvergesslich. Dr. Alaba heißt das Ganze weil davor ein Radiologe hier eingemietet war. Der Dr. Alaba. Menschen durchleuchten steht hier jetzt nicht mehr am Plan. Sondern erleuchten. Klingt kitschig. Ist es gar nicht. Die Erleuchtung muss auch nicht von den vier Köche kommen, die sich mit Dr. Alaba ihren Traum erfüllt haben.

Ein Traum, der übrigens 2011 auf einer Südseeinsel zum Lied „Follow“ der Crystal Fighters entstanden ist. „Manchmal, beziehungsweise immer, passiert die Erleuchtung, dieses Hochgefühl, gerade Teil von etwas Einzigartigem und Besonderem zu werden, ganz von selbst. Springt von Gast auf Gast über. Manchmal startet es beim Ambiente. Manchmal beim Essen. Und manchmal eben beim Gast“, erklärt gerade noch Javi P3z, internationaler DJ mit Homebase in San Sebastián, als mit dem ersten Gericht, einem schlichten Seeigel, Stille einkehrt.

Ein Seeigel. Fertig. Der Geschmack aber derart genial und potent herausgearbeitet, dass man meinen könnte, auch die restlichen Gerichte schmeckten ab sofort nach diesem Seeigel. Tun sie natürlich nicht. Die Handschrift eines jeden Kochs ist klar erkennbar. In jedem Gericht. Die einen Aromen kommen verspielt daher, die anderen subtiler, gar schüchtern, aber ultraharmonisch. Zwischendurch gibt es ganz klar definierte Geschmäcke, die mit ihrer Kraft nicht hinterm Berg halten. Das klingt schwer vereinbar, ist es aber schon, bevor es überhaupt den Gast erreicht.

Freunderlwirtschaft

Schließlich stehen hier vier beste Freunde hinter dem Herd. Javi, Llorenç und Dani kennen sich schon seit knapp 15 Jahren. Miguel komplettiert als vierter die Runde. Das Dream-Team kennt und liebt sich seit seinen gemeinsamen Anfängen in der Küche des 2-Sterne-Restaurants Mugaritz, zehn Kilometer von San Sebastián entfernt. Javi P3z, der DJ, war schon oft bei Dr. Alaba. Er ist ein guter Freund. Generell wie alle, die hier zur Tür hereinkommen. Dr. Alaba ist kein Restaurant, es ist eine Pension. Die vier Freunde laden dich in ihr Zuhause ein. Das noch intimer ist als der Ort, an dem sie wohnen. Denn hier haben sich die Träume der vier manifestiert. Das sieht man. Aber spürt es vor allem. So wie der Tisch. Der aus einem Stück Holz besteht. Obwohl er bestimmt drei Meter lang und 1,50 Meter breit ist. Oder die Küche. Aus Beton gegossen. In einem. Herrlich zum Arbeiten, weniger fein zum Montieren.

Dr. Alaba ist ein Destillat unserer Erfahrungen.
Die vier über ihren ungreifbaren fünften Mann, Dr. Alaba

Durch die Terrasse musste das Teil. Durch das Stiegenhaus gab es keine Chance. Javi, Dani und Llorenç sind keine Kompromisse eingegangen. Schließlich kann man einen Traum ja auch nicht halb träumen. Keine Kompromisse und noch etwas bekam Dr. Alaba, das in der Welt der Gastronomie relativ einzigartig ist: Zeit. Zeit zu wachsen. Mit all seinen, wie die vier sagen, notwendigen Abzweigungen, Wach- und Ruhephasen. Um sich in Tisch, Küche und Konzept zu manifestieren. „Geträumt davon haben wir schon 2011“, lächelt Llorenç Sagarra. Im Juli 2014 wurde schließlich die Radiologen-Praxis erstanden und 2016 die ersten Gäste, Entschuldigung, Freunde empfangen. Denn Dr. Alaba hat keine Öffnungszeiten. Und hatte bis vor Kurzem auch keine Website.

Alle, die ihren Weg an die lange Ein-Holzbrett-Tafel fanden, kamen über Freunde von Freunden und so weiter. Darunter DJ-Legende Richie Hawtin, die Band Hot Chip, die gar nicht mehr zu ihrem Gig loswollte nach ihrer Behandlung in Dr. Alaba und Michel Bras, himself. Alles Freunde. Alle haben sie einen Teil ihres Herzens dagelassen. Und das spürt man. Ebenso wie Andrea Tamés. Sie sitzt neben dem DJ und hat die Innen­einrichtung mitgestaltet. „Dr. Alaba ist mein Herzensprojekt“, so die Innenarchitektin. Auch von Andrea steckt hier ein Stück Seele mit drin. Das macht es so besonders. Alle, die sich beteiligen, leben es.

Kochen mit Emotionen

„Vor Kurzem haben wir noch gemeinsam die Fliesen hier gelegt“, auf die bunten Sechsecke hinter dem Küchenblock deutend, „und jetzt sitzen wir hier.“ Die Fliesen sind der Bucht Zoriola nachempfunden. Auch der Berliner Bär, der im Zimmer vom Fernsehturm hängt und auf dem Nachttischchen steht, tut das aus einem guten Grund. Ebenso wie die Ukulele in der einen Ecke und das Long Board im Gang. Dr. Alaba ist gewachsen. Aus den Wünschen von Javier Vergara, Llorenç Sagarra, Dani Lasa und Miguel Caño. Vier wunderbare Köche, die hier vor allem mit einem hantieren: Emotionen. Darüber ist sich die Runde an diesem Abend einig. Die natürlich auch aus vorher vom Gast definierten Personen bestehen kann, aber immer öfter – wenn man die vier schalten und walten lässt – im Laufe des Abends zum Schmelztiegel der freien Kreativität und Freude wird.

Da kann es schon einmal vorkommen, dass Hot Chip plötzlich in die Vinyl-Sammlung der vier greift und auflegt. Eine Design-Idee für eine Kleiderkollektion entsteht, nachdem der junge Designer gerade gelüftet hat, dass er Geburtstag hat. Obwohl er sonst ein Geburtstags-Grinch par excellence ist. Aber im Dr. Alaba geht das nicht. Geburtstag verheimlichen und so. Dafür aber ein keineswegs objektiver Artikel – das geht. Andere Alaba-Fans würden „Tor“ schreien. Die, die bei Alaba an die beste Erfahrung, die sie je auf alten Schulsesseln machen durften, denken, sind eindeutig von der „I werd narrisch!“-Fraktion.
www.dralaba.com

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