Karriere in Indonesien

Die Insel der Götter gilt als Benchmark für Servicekultur und Guestrelation. Die besten Tipps und Adressen für Ihre Karriere in Indonesien.
November 13, 2015 | Fotos: Chris McLennan, Nikko Bali Resort and Spa, Starwood Hotels & Resorts, Shangri-La Hotels and Resorts, Amanresorts, GHM’ or ‘GHM – General Hotel Management Ltd.’ for the photography, Banyan Tree Hotels & Resorts, Helge Kirchberger/Red Bull Photofiles, beige

Karriere in Indonesien

Wie funkelnde Perlen reihen sich die 17.508 Inseln und Archipele Indonesiens um den Äquator. Und wie Mühlsteine hängen sich die erschwerten Bedingungen für eine Aufenthaltsgenehmigung um den Hals der Expats, die in diesem Wunderland aus Dschungel, Vulkan, Sandstrand und Megametropole den nächsten Karriereschritt anstreben.

Denn Indonesien steht hoch im Kurs: Jobs in hohen Positionen, die Annehmlichkeiten eines Expatlebens, wie man es von früher kannte bevor die Welt näher zusammenrückte und eine Traumkulisse, die sich schon beim Blick aus dem Officefenster erschließt. Nicht ohne Grund wird der größte Inselstaat der Welt als Reich der Götter bezeichnet.

Götzenhaft allerdings die Statuten der Einwanderung. Als Unternehmer ist man gezwungen nachzuweisen, dass es niemanden unter den 240 Millionen Einwohnern gibt, der diesen Job nicht auch machen könnte. Ein Hindernis, das heute nicht mehr ungewöhnlich ist, doch aber ein sehr zeitaufwendiges Verfahren nach sich zieht. Ist dieser Antrag durch, folgt sogleich der zweite Haken: Für die bloße Einstellung ist der Arbeitgeber gezwungen im Jahr um die 1500 Euro zu zahlen. Eine Summe, die den indonesischen Arbeitgebern zugegebenermaßen nicht egal sein kann, wenn man weiß, dass das Pro-Kopf-Einkommen Indonesiens im unteren Drittel der südostasiatischen Ländern liegt. Nun mag man glauben, das könnte Expats, die für größere Hotelgruppen arbeiten egal sein, aber nein – Denkfehler.
Denn um Land in Indonesien zu kaufen, vergehen Jahre des Papierkrieges und daher haben die meisten Hotelketten nur Managementverträge, während der eigentliche Besitzer gebürtiger Indonesier ist. Dieser muss zustimmen vor den Ämtern als so genannter Sponsor aufzutreten, damit es zu einem Abschluss kommen kann. Eine Erleichterung ist, dass…

Karriere in Indonesien

Wie funkelnde Perlen reihen sich die 17.508 Inseln und Archipele Indonesiens um den Äquator. Und wie Mühlsteine hängen sich die erschwerten Bedingungen für eine Aufenthaltsgenehmigung um den Hals der Expats, die in diesem Wunderland aus Dschungel, Vulkan, Sandstrand und Megametropole den nächsten Karriereschritt anstreben.

Denn Indonesien steht hoch im Kurs: Jobs in hohen Positionen, die Annehmlichkeiten eines Expatlebens, wie man es von früher kannte bevor die Welt näher zusammenrückte und eine Traumkulisse, die sich schon beim Blick aus dem Officefenster erschließt. Nicht ohne Grund wird der größte Inselstaat der Welt als Reich der Götter bezeichnet.

Götzenhaft allerdings die Statuten der Einwanderung. Als Unternehmer ist man gezwungen nachzuweisen, dass es niemanden unter den 240 Millionen Einwohnern gibt, der diesen Job nicht auch machen könnte. Ein Hindernis, das heute nicht mehr ungewöhnlich ist, doch aber ein sehr zeitaufwendiges Verfahren nach sich zieht. Ist dieser Antrag durch, folgt sogleich der zweite Haken: Für die bloße Einstellung ist der Arbeitgeber gezwungen im Jahr um die 1500 Euro zu zahlen. Eine Summe, die den indonesischen Arbeitgebern zugegebenermaßen nicht egal sein kann, wenn man weiß, dass das Pro-Kopf-Einkommen Indonesiens im unteren Drittel der südostasiatischen Ländern liegt. Nun mag man glauben, das könnte Expats, die für größere Hotelgruppen arbeiten egal sein, aber nein – Denkfehler.
Denn um Land in Indonesien zu kaufen, vergehen Jahre des Papierkrieges und daher haben die meisten Hotelketten nur Managementverträge, während der eigentliche Besitzer gebürtiger Indonesier ist. Dieser muss zustimmen vor den Ämtern als so genannter Sponsor aufzutreten, damit es zu einem Abschluss kommen kann. Eine Erleichterung ist, dass sehr viele internationale Hotelgruppen eine Klausel im Vertrag mit den indonesischen Inhabern festhalten, die die Vergabe von Schlüsselpositionen an Expats vorsieht.

Sabine Pollermann ist dieses Verfahren hinlänglich bekannt, schließlich ist sie bereits seit 16 Jahren in Indonesien. Nach einigem Inselhüpfen, landete die Schwäbin 2007 schließlich auf Sumatra. In der Boomtown Pecanbaru ist sie heute General Manager des „Labersa Golf Resort“: „Einerseits ist es nicht leicht ohne Unterstützung und persönlicher Kontakte in Indonesien Fuß zu fassen, aber auf der anderen Seite stärkt ein Ausländer im Team das Renommeé des Unternehmers, und deshalb nimmt so mancher Arbeitgeber diese Mühe und die Kosten auf sich.“

Nicht nur das Ansehen wird durch die Expats gesteigert – ihre Expertise wird benötigt. Obwohl es in dem Inselstaat touristische Hochschulen mit einer Ausbildungsdauer von vier Jahren gibt, fehlt es dem einheimischen Personal an Auslandserfahrung und auch an Softskills wie Teamführung. Stefan Müller, Director of Food & Beverage im Nobelresort „Nikko Bali Resort & Spa“, erkennt dies in seinem Day-to-Day-Business: „Man ist in einer Führungsposition und das mehr als in Europa. In Indonesien muss man wirklich jeden Tag die Richtung vorgeben, sehr konkret in seinen Anweisungen sein und Entscheidungen treffen. Die Mitarbeiter warten jeden Tag auf die Marschrichtung.“

Diese geben Expats gerne als General Manager, Küchenchef oder eben wie Müller als Director of Food & Beverage vor. Das macht sich auch auf dem Gehaltsscheck bemerkbar, wenn man nicht nach indonesischem Vertrag bezahlt wird. Üblich sind monatliche Zahlungen zwischen 3800 und 7600 Euro, die man nicht versteuern muss. „Die Lebenshaltungskosten in Indonesien sind gering, wenn man sich an die Locals hält. Besteht man auf westliche Restaurants und Nahrungsmittel, muss man tief in die Tasche greifen“, erzählt Müller. „So kostet hier ein Stück Camembert rund 7 Euro.“

Wem der Mühlstein nicht zu schwer ist, der wird verstehen, warum hier das Reich der Götter ist. Oder mit den Worten von Heinz von Holzen: „In Indonesien stehen alle Türen offen, wenn man versteht, sie zu öffnen.“ Und den Schlüssel haben Sie ja nun in der Hand.

Der Karrierecheck

Die wichtigsten Kriterien im Check
Das sollten Sie wissen, bevor Sie zu arbeiten beginnen.

Karrierechancen

Ein Einstieg ist nicht leicht, es sei denn, es geschieht durch einen Transfer innerhalb einer großen Hotelkette.

Arbeitszeiten

Die harten Fakten: 12 Stunden pro Tag, 5 Tage pro Woche, 14 Feiertage und 21 Urlaubstage. Und wenn etwas anliegt, dann verschieben sich die Zeiten nach hinten.

Jobangebot

Im Prinzip sind Jobs im höheren Management vorhanden, es ist nur schwierig sie zu bekommen. Visavorschriften und Arbeitsgenehmigungen machen es den Expats nicht leicht.

Arbeitsumfeld

Die einhellige Meinung aller Expats: So gut wie in Indonesien ist es nirgendwo. Die Verbundenheit der Mitarbeiter zum Unternehmen und der respektvolle Umgang untereinander ist weltweit konkurrenzlos.

Verdienst/Benefits

Das Gehalt für einen GM, Küchenchef oder F&B-Manager beläuft sich zwischen 3800 Euro und 7600 Euro. Unversteuert. Zusätzlich gibt es individuell verhandelbare Packages. Diese inkludieren zumindest Krankenversicherung, Heimtransfer, Kost und Logis.

„Ich kenne nur Vorteile“

Stefan NollIndonesien als Traumland für Expats.

Im Paradies angekommen

London, Indien – das alles kennt Stefan Noll. Doch für ihn halten diese Destinationen den Vergleich mit Bali nicht statt. Der 33-jährige Deutsche ist seit dreieinhalb Jahren auf der Insel und heute General Manager des „The Chedi Club at Tanah Gajah“. Somit kennt er alle positiven Seiten des Expatlebens in dem Inselstaat. Aber auch die Tücken.

ROLLING PIN: Ein Deutscher auf Bali. Ist das in der Hotellerie Indonesiens ein ungewohntes Bild?

Stefan Noll: Nein, eigentlich nicht. Aber ich würde dieses Statement nicht auf ganz Indonesien beziehen, sondern mehr auf die touristisch hoch entwickelten Gebiete wie Bali und Java. Für diese beiden Inseln würde ich die deutschstämmige Expatcommunity auf 200 Leute schätzen. Dazu kommen natürlich auch Australier, Amerikaner und Japaner, die in der Branche arbeiten.

RP: In welchen Positionen finden sich diese Expats?

Noll: Definitiv im höheren Managementlevel als General Manager, Küchenchef und eventuell auch noch als F&B-Manager.

RP: Ist es leicht diese Jobs zu ergattern?

Noll: Der Bedarf ist sicherlich da, den Job aber als Europäer zu bekommen ist eine andere Sache. In Indonesien gelten sehr strenge Richtlinien in Bezug auf die Einstellung eines Expats. Verkürzt ausgedrückt bedeutet das, allein die Gebühren für die bloße Einstellung kosten den meist indonesischen Besitzer des Unternehmens an die 1500 Euro im Jahr. Eine Summe, die nur wohlüberlegt bezahlt wird.

RP: Beginnt man in Indonesien zu arbeiten, sind die Aufstiegschancen aufgrund des hohen Einstiegslevels gering.

Noll: Gewiss ist es so, dass man in der Hotellerie üblicherweise alle drei Jahre rotiert. Wer auf Bali bleiben möchte hat die Chance in der gleichen Position in ein anderes Hotel zu wechseln. Oder man bleibt, wenn das Management nichts dagegen hat. Ich kenne einen Deutschen, der seit 1974 auf Bali lebt und arbeitet und nun seit mehr als 20 Jahren dasselbe Hotel leitet. Gerne machen sich die Expats aus dem F&B-Bereich selbstständig und eröffnen eigene Restaurants.

RP: Was ist denn das Faszinierende, dass die Expats bleiben wollen?

Noll: Definitiv die Menschen hier. Noch nie habe ich mit einem Personal gearbeitet, dem so viel daran liegt, den Gast glücklich zu machen. Die Indonesier sehen sich als Botschafter ihrer Kultur und haben den so genannten Sense of Belonging. Sie sehen das Hotel nicht als Arbeitsplatz, sondern als ihr eigenes Hotel und die Gäste als persönlich eingeladen. Diesen Spirit erlebt man nicht in Europa und kennt man ihn einmal, dann möchte man diese Einstellung nicht mehr missen.

RP: Gibt es auch Negatives?

Noll: Für mich bisher nicht. Was man aber akzeptieren muss, ist, dass Dorfangelegenheiten hier immer Vorrang haben.

Kontakt

The Chedi Club at Tanah Gajah

Jl. Goa Gajah, Tengkulak Kaja,

Ubud, Bali 80571,

Indonesien

Tel. :+62 361/975 685

psnoll@ghmhotels.com

www.ghmhotels.com

Heinz Von Holzen„Der Himmel ist die Grenze.“

Starkoch Heinz von Holzen über Einstieg und Erfolg auf Bali

Zur Person

Heinz Von Holzen
Küchenchef & Inhaber, Bumbu Bali
Der gebürtige Schweizer kam für die Eröffnung des Grand Hyatt Bali auf die Insel. Nach einer weiteren Station im Ritz Carlton Bali, machte er sich mit seinem Restaurant selbstständig.
www.balifoods.com

Hart, aber Herzlich

Keiner hat gesagt, dass es leicht sein würde. Aber jeder, der gekommen ist, der ist geblieben. So wie Starkoch Heinz von Holzen. Das war vor 20 Jahren und er hat sich vom Hotelkoch zum besten Koch Indonesiens hochgearbeitet.

ROLLING PIN: Warum sollte ein Koch heute nach Indonesien gehen? Welche Chancen hätte er?

Heinz von Holzen: Es ist schwierig eine adäquate Stelle zu bekommen, die Visaregelungen sind hart und die Indonesier zusehens besser ausgebildet. Ich würde aber jedem Koch empfehlen, eine Reise hierher zu unternehmen, um den Geschmack des Landes kennenzulernen. Das prägt für das Leben.

RP: Sie würden in Ihrem Restaurant „Bumbu Bali“ keine deutschsprachigen Expats einstellen?

von Holzen: Diese Frage stellt sich nicht wirklich, da ich balinesische Küche anbiete. Und hier die Locals den Europäern logischerweise überlegen sind. Was aber passiert ist, dass die Köche bei mir auf Stage gehen können.

RP: Wie können europäische Köche denn generell in Indonesien punkten?

von Holzen: Die Grundkenntnisse der klassischen Küche sind gefragt beziehungsweise die Vermittlung derselbigen. Wer ein ruhiger und guter Lehrer sein kann, der wird in Indonesien immer einen Job finden.

RP: Und wie findet man diesen?

von Holzen: Zuerst in einer Groß-Hotelkette wie Sheraton oder Hyatt arbeiten und dann auf einen Transfer nach Indonesien hoffen.

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