Sardinien – Traum-Jobs auf der Luxusinsel

Sardinien mauserte sich zur Insel des internationalen Jetsets: Wer dort mitmischt, füllt seinen Klingelbeutel und knüpft Kontakte fürs Leben.
November 13, 2015 | Fotos: Hotelphilosphy Hotels/ Spiagge Sanpietro Resort & Cala Caterina, Starwood Hotels/ Grand Hotel Porto Cervo & Cala di Volpe, L‘Ea Bianca Luxury Resort, Fortevillage Resort, Roberto Patti, beigestellt

ein Hafen voller Schiffe

Die Sarden sind ein eigenes Völkchen. Sie halten trotz Hauptsaison vier Stunden Mittagspause und sich selbst nicht für Italiener. Diese wiederum halten die Sarden für einfältige Schafbauern und uncharmanterweise für die Drahtzieher jeglicher Entführungen.

Glücklicherweise ist Sardinien aber auch bekannt als eine der bezauberndsten Mittelmeerinseln, was in den späten 60er- Jahren zu einem bis heute anhaltenden Tourismusboom führte. Das Zentrum des Business ist mit 70 Hotels auf 30 Quadratkilometern die türkisblaue Costa Smeralda im Nordosten der Insel. Eine Region, die Ismailiten-Prinz Karim Aga Khan vor 50 Jahren aufkaufte und zu einer Luxusdestination für finanzkräftige und namhafte Urlauber wie Silvio Berlusconi, George Clooney und Michael Ballack umbaute. Direktive: Kein Hotel darf weniger als vier Sterne aufweisen. Das Konzept ging auf und heute landen am sardischen Flughafen Olbia während der Saison um die 7500 Privatjets und damit mehr als Linienmaschinen.
Und wo sich die Stars tummeln, bleibt Otto Normal-Verbraucher auch nicht lange fern: 2009 wurden knapp 1,3 Millionen Übernachtungen verbucht, was eine Steigerung um 2 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Die Deutschen sind dabei nach den Festland-Italienern die Urlaubergruppe Nummer 1 und die Zahl der deutschen Fluggäste nach Sardinien stieg 2009 um 15 Prozent.

Für Hotel- und Gastronomiefacharbeiter bedeutet das: Je mehr Touristen kommen, desto mehr Jobs werden vergeben. Maria Giovanna Nastasi, EURES-Beraterin in Genua: „Die besten Jobchancen haben Hotel- und Restaurantfachleute und Animateure mit einer Ausbildung in einem renommierten Haus. Das Gehaltsniveau in dieser Berufssparte liegt zwar etwas tiefer als in Deutschland, doch sind erfolgsabhängige Prämien üblich. Diese bringen das Salär auf ein ansehnliches Level.“ Die Schweizerin Patrizia Gambron, Assistant Front Office Manager im „Hotel Pitrizza“, kennt weitere Vorteile: „Feiertag, Sonntage und Nachtschichten werden in Italien mit Aufschlag bezahlt. Ohne Ausnahme. Auch sind die Kost- und Lohnabzüge sehr viel niedriger als in der Schweiz.“

Der Klassiker aller Klischees über Deutsche und auch Österreicher bringt auch auf Sardinien die Jobs näher. „Vor allem mit der sogenannten deutschen Gründlichkeit kann gepunktet werden.“ Davon ist auch die Starnbergerin Maike Piller überzeugt, die in Porto Cervo bei dem „Sardinia Yacht Service“ Assistance F&B-Manager war: „Im High-End-Bereich werden vorrangig Deutsche und Österreicher eingesetzt. Das hat den Grund, dass die Sarden im Gegensatz zu Mitteleuropäern zum Teil noch ihre privaten Interessen vor die beruflichen stellen.“ Was das bedeutet: Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr ist Siesta – ohne Ausnahme. Zudem sind Sarden selten bereit, für einen Job aus ihrer Heimatstadt wegzuziehen. „Die mangelnde Mobilität bringt Expats in eine vorteilhafte Situation“, so Nastasi.

Doch wie bewirbt man sich in Sardinien? „Ohne die richtigen Kontakte sollte man persönlich vorbeikommen und die Unterlagen abgeben. Ist das nicht möglich, unbedingt anrufen“, meint Piller. „Initialbewerbungen per E-Mail landen im Papierkorb.“ Gambron warnt zudem vor der Bürokratie des Landes: „Bis man eine Fixanstellung hat, muss…

ein Hafen voller Schiffe

Die Sarden sind ein eigenes Völkchen. Sie halten trotz Hauptsaison vier Stunden Mittagspause und sich selbst nicht für Italiener. Diese wiederum halten die Sarden für einfältige Schafbauern und uncharmanterweise für die Drahtzieher jeglicher Entführungen.

Glücklicherweise ist Sardinien aber auch bekannt als eine der bezauberndsten Mittelmeerinseln, was in den späten 60er- Jahren zu einem bis heute anhaltenden Tourismusboom führte. Das Zentrum des Business ist mit 70 Hotels auf 30 Quadratkilometern die türkisblaue Costa Smeralda im Nordosten der Insel. Eine Region, die Ismailiten-Prinz Karim Aga Khan vor 50 Jahren aufkaufte und zu einer Luxusdestination für finanzkräftige und namhafte Urlauber wie Silvio Berlusconi, George Clooney und Michael Ballack umbaute. Direktive: Kein Hotel darf weniger als vier Sterne aufweisen. Das Konzept ging auf und heute landen am sardischen Flughafen Olbia während der Saison um die 7500 Privatjets und damit mehr als Linienmaschinen.
Und wo sich die Stars tummeln, bleibt Otto Normal-Verbraucher auch nicht lange fern: 2009 wurden knapp 1,3 Millionen Übernachtungen verbucht, was eine Steigerung um 2 Prozent zum Vorjahr bedeutet. Die Deutschen sind dabei nach den Festland-Italienern die Urlaubergruppe Nummer 1 und die Zahl der deutschen Fluggäste nach Sardinien stieg 2009 um 15 Prozent.

Für Hotel- und Gastronomiefacharbeiter bedeutet das: Je mehr Touristen kommen, desto mehr Jobs werden vergeben. Maria Giovanna Nastasi, EURES-Beraterin in Genua: „Die besten Jobchancen haben Hotel- und Restaurantfachleute und Animateure mit einer Ausbildung in einem renommierten Haus. Das Gehaltsniveau in dieser Berufssparte liegt zwar etwas tiefer als in Deutschland, doch sind erfolgsabhängige Prämien üblich. Diese bringen das Salär auf ein ansehnliches Level.“ Die Schweizerin Patrizia Gambron, Assistant Front Office Manager im „Hotel Pitrizza“, kennt weitere Vorteile: „Feiertag, Sonntage und Nachtschichten werden in Italien mit Aufschlag bezahlt. Ohne Ausnahme. Auch sind die Kost- und Lohnabzüge sehr viel niedriger als in der Schweiz.“

Der Klassiker aller Klischees über Deutsche und auch Österreicher bringt auch auf Sardinien die Jobs näher. „Vor allem mit der sogenannten deutschen Gründlichkeit kann gepunktet werden.“ Davon ist auch die Starnbergerin Maike Piller überzeugt, die in Porto Cervo bei dem „Sardinia Yacht Service“ Assistance F&B-Manager war: „Im High-End-Bereich werden vorrangig Deutsche und Österreicher eingesetzt. Das hat den Grund, dass die Sarden im Gegensatz zu Mitteleuropäern zum Teil noch ihre privaten Interessen vor die beruflichen stellen.“ Was das bedeutet: Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr ist Siesta – ohne Ausnahme. Zudem sind Sarden selten bereit, für einen Job aus ihrer Heimatstadt wegzuziehen. „Die mangelnde Mobilität bringt Expats in eine vorteilhafte Situation“, so Nastasi.

Doch wie bewirbt man sich in Sardinien? „Ohne die richtigen Kontakte sollte man persönlich vorbeikommen und die Unterlagen abgeben. Ist das nicht möglich, unbedingt anrufen“, meint Piller. „Initialbewerbungen per E-Mail landen im Papierkorb.“ Gambron warnt zudem vor der Bürokratie des Landes: „Bis man eine Fixanstellung hat, muss man diverse bürokratische Hürden überwinden. Für einen Stempel muss man in dieses Büro, für eine Unterschrift in ein anderes. Das ist ein wenig frustrierend. Am besten sucht man sich Unterstützung bei einem sardischen Kollegen oder einer Kollegin. Durch den offenen Umgang untereinander fällt das nicht schwer.“

Auch nicht täuschen lassen sollte man sich von der kursierenden Behauptung, Englisch sei wichtiger als die Landessprache. „Expats werden gerne als Bindeglied zwischen den ausländischen Gästen und der einheimischen Crew eingesetzt“, so Piller, „Wer also Deutsch, Englisch und Italienisch beherrscht, punktet beim Arbeitgeber.“ Und bei den Sarden. Denn die sind nicht so leicht um den Finger zu wickeln, man sollte aber alles daransetzen, es zu tun. Denn nicht umsonst heißt es, sie hätten Freunde in allen Positionen und die bringen Ihnen schlussendlich die wirklich guten Jobs.

Der Karrierecheck

Die wichtigsten Kriterien im Check
Das sollten Sie wissen, bevor Sie zu arbeiten beginnen.

Jobangebot

In der Saison hoch, danach verschwindend gering. Für langfristige Jobs im Management wird in ausländische Experten investiert, in Juniorpositionen nicht.

Karrierechancen

Eine Anstellung auf längere Zeit ist möglich, doch muss man sich erst in Saisonarbeit beweisen. Da sehr wenige internationale Hotelketten in Sardinien ansässig sind, muss vor allem gegen die einheimische Konkurrenz gekämpft werden.

Arbeitszeiten

8 Stunden am Tag und 48 Stunden die Woche ist die gesetzlichen Arbeitszeit. De facto aber kann das Unternehmen flexible Arbeitszeitregelungen durchführen, das inkludiert ein höheres Arbeitspensum. Überstunden müssen mit 110 Prozent bezahlt werden.

Arbeitsumfeld

Sarden haben ihre eigenen Vorstellungen vom Arbeitsleben und der Abeitsmoral. Die (vierstündige) Mittagspause ist heilig und wenn man jemanden unsympathisch ist, dann wird man auch so behandelt.

Benefits

Meist bekommt man ein gutes Package geschnürt. Kost und Logis sollten unbedingt dabei sein!
Sardinien mauserte sich zur Insel des internationalen Jetset

 

Interview mit Daniel Fanari

Zur Person

Daniela Fanari,
Rezeptionistin im Hotel Ea Bianca Luxury Resort
Die gebürtige Schweizerin aus Samedan mit italienisch-deutschen Wurzeln ist bereits ihre zweite Sommersaison im Hotel „Ea Bianca Luxury Resort“. Ihre kaufmännische Ausbildung absolvierte die 29-Jährige in St. Moritz.

„Sprachen sind unser Vorteil“

Heimvorteil Deutsch
Die Doppelstaatsbürgerschaft machte es Daniela Fanari leichter, in Sardinien einen Job zu bekommen. Was man aber benötigt, ihn zu behalten, verrät sie hier.

ROLLING PIN: Als Halbsardin hatten Sie sicher einen gewissen Vorteil, auf Sardinien einen Job zu finden, oder?

Daniela Fanari: Ohne meine sardischen Wurzeln wäre ich wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, hier auf Jobsuche zu gehen.

RP: War es leicht?

Fanari: Ohne persönlichen Einsatz geht es trotz sardischer Verwandtschaft nicht. Ich bin im Herbst 2000 durch die verschiedenen High-Class-Hotels der Insel gezogen und habe überall meinen Lebenslauf persönlich abgegeben. Dann hieß es warten und im darauffolgenden Februar kontaktierte mich das Hotel „Cala Caterina“ und engagierte mich als Chef de Reception.

RP: Seit damals sind Sie der Insel in der Sommersaison treu geblieben. Warum?

Fanari: Die lockere Stimmung am Arbeitsplatz und die traumhafte Umgebung spielen hier wohl eine tragende Rolle. Man merkt außerdem, dass Expats mit Sprachenkenntnissen sehr gefragt sind.

RP: Welche Sprachen sind wichtig?

Fanari: Italienisch muss man beherrschen, da die meisten Touristen vom italienischen Festland kommen. Gleich danach ist Deutsch eine der gefragtesten Sprachen, da vor allem in der Vor- und Nachsaison sehr viele Gäste aus deutschsprachigen Gebieten stammen. Diese Klientel spricht gerne die Muttersprache, da Landschaftstouristen traditionell eher älter sind und daher Englisch nicht unbedingt beherrschen.

RP: Hier ist ein klarer Vorteil für Expats aus deutschsprachigen Länder zu erkennen.

Fanari: Nicht nur die Sprachgewandtheit ist ein Faktor, auch die definitiv bessere Ausbildung im Hotel- und Gastrogewerbe.

RP: Gibt es denn eine Expat-Gemeinschaft in Sardinien?

Fanari: Man sollte sich hier nicht aus- oder abgrenzen, nur weil man aus einem bestimmten Land ist. Die südländische Mentalität macht es einem zudem leicht, Anschluss an das gesellschaftliche Leben zu finden. Ich arbeite in einem kleinen Hotel mit nur 31 Zimmern, so schließt man schnell Freundschaft mit der gesamten Belegschaft.

RP: Zum Thema Mentalität, wie ist die sardische?

Fanari: Zu Beginn etwas befremdlich, da der sardische Stolz sehr hoch ist. Man muss die Traditionen hochhalten und mit ihnen umgehen lernen. Hat man das verstanden, wird es leicht.

Kontakt

Hotel Ea Bianca Luxury Resort

Cala dei Ginepri

Baja Sardinia

Tel.: +39 (0) 07 89/97 43 11

info@eabianca.it

www.eabianca.it

Interview mit Birgit Michaelis

Zur Person

Birgit Michaelis,
TRAINING, RECRUITING & QUALITY MANAGER für Starwood (Area Costa Smeralda)
Die Deutsche schult je nach Saison bis zu 800 Mitarbeiter. Nach Abschluss ihres Geschichtestudiums 1990 wechselte sie ins Hotelfach und arbeitet seit sechs Saisonen auf Sardinien.
www.starwood.com

Insel-TraumJob

Der Umgangston ist für manche Expats ungewohnt, das enge Verhältnis zu den Kollegen wohl auch. Doch nur so kann man seine Karriere auf der zweitgrößten Mittelmeerinsel vorantreiben.

ROLLING PIN: Sardinien ist nur einen Katzensprung von Deutschland entfert. Doch ist das Arbeitsleben auch dem deutschen sehr ähnlich?

Birgit Michaelis: Die kulturellen Unterschiede sind dennoch sehr spürbar. So ist der größte Unterschied der freundliche Umgangston. Man duzt alle Kollegen und Vorgesetzten, man unternimmt auch privat gerne etwas zusammen. Die Insellage schweißt zusammen, man fühlt sich nach einiger Zeit wie in einer großen Familie.

RP: Ein Faktor, der Sie im weiteren Berufsleben beeinflussen wird?

Michaelis: Es ist zumindest etwas, was man im deutschsprachigen Mitteleuropa nicht lernen kann. Der Stellenwert der Familie und die außergewöhnlich nette und zuvorkommende Art, auf Menschen zuzugehen, werden hier definitiv geschult.

RP: Welche Eigenschaften können Sie nach Sardinien bringen?

Michaelis: Die Präzision mit der wir arbeiten, ist ein Grund, warum Expats aus Österreich, Deutschland und der Schweiz gerne engagiert werden. Doch heißt es ab und an auch, wir seien pedantisch. Diese Charaktereigenschaft benötigt man aber, denn Eigeninitiative bringt den Karrieresprung.

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