Wünsch dir was – Marco Perkuhn vom Hotel Atlantic Kempinski

Ihr Wunsch ist ihm Befehl: Marco Perkuhn ist Head Concierge im Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg und wollte immer schon Anzugträger werden.
Oktober 12, 2018 | Text: Sissy Rabl | Fotos: Thomas Haindl

In vielen Jobs im Dienstleistungsbereich muss man sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ab und an dem Gast unterordnen. Für kaum einen Beruf gilt das wohl mehr als für den Concierge in einem 5-Sterne-Betrieb. Seine oberste Priorität ist es, seinen Gästen selbst die Wünsche zu erfüllen, von denen sie noch nicht einmal wussten, dass sie sie hatten.

Ein Concierge zum Verlieben

Die eigenen Befindlichkeiten wären da in der Arbeit nur im Weg. Marco Perkuhn ist da keine Ausnahme. Der 32-Jährige ist seit rund einem Jahr Head Concierge im Hotel Atlantic Kempinski in Hamburg. Seit zehn Jahren ist er in der Hotellerie tätig, Schon beim Abschluss der Hotelfachschule war ihm klar: Es geht in Richtung Guest Relations.

„Ein großartiger Concierge hat den Job mal als das Glück, für andere Menschen da zu sein, beschrieben. So in etwa sehe ich das auch“, meint Perkuhn.Seiner Erinnerung nach wollte er als Kind noch Rennfahrer werden, seine Eltern meinen aber, er habe schon als Kind „Anzugträger“ werden wollen. Auch wenn es bis zur Formel 1 noch ein weiter Weg sein mag, hat er sich zumindest Wunsch Nummer zwei erfüllt.

Seinen Anzug zieren noch dazu jene Goldpins, die einen Concierge zum Ritter schlagen: das Abzeichen der Les Clefs d’Or. Perkuhn ist das Bild zuvorkommender Aufmerksamkeit und höflicher Zurückhaltung. Ist er deshalb so gut in seinem Beruf? „Ein Concierge wird immer von außen bewertet: Gäste, die zurückkommen oder nach einem fragen. sind positives Feedback“, sagt er bescheiden. In seinem Berufsalltag versucht er, ständig den Wünschen seiner Gäste zuvorzukommen: Tickets für die Elbphilharmonie hier, die Ausrichtung des Teppichs gen Osten da, eine individuelle Stadtführung per Helikopter hier, eine Limousine da. Aber ist der Beruf des Concierge nicht eigentlich am Aussterben?

„Das glaube ich nicht. Zwar kommen viele Gäste informierter und vorbereiteter, als das früher vielleicht der Fall war, aber viele wünschen sich trotzdem eine Vertrauensperson vor Ort“, antwortet Perkuhn. Und wie stehe es um den Nachwuchs? „Bei uns im Haus sind wir sehr bemüht und bilden gerade einen Junior-Concierge aus, den wir bis zu den Clefs d’Or begleiten wollen.“

Der junge Concierge hat immer die richtige Antwort parat und verliert nie das Gesicht, wie es sich in seiner Position wohl auch gehört. Was sich hinter der Fassade befindet, lässt sich nur erahnen. Ein klein wenig lässt er dann doch durchblitzen: In seiner Freizeit schaue er gern Motorsport und Hockey, am liebsten isst er rote Grütze bei seiner Oma und wenn er gut drauf ist, hört er gern Max Richters Überarbeitung von Vivaldis Frühling. Irgendwann hätte er selbst gern ein Hotel. In der Arbeit konzentriert er sich aber lieber darauf, was andere gern in ihrer Freizeit tun.
www.kempinski.com

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