Arbeiten bei Seabourn

Einer für alle und alle für einen? Was das Motto der Französischen Infanterie mit der Arbeit an Bord der Luxus-Cruiseline zu tun hat.
November 13, 2015

Arbeiten bei SeabournFoto: Seabourn

Es klingt hart nach PR-Texter-Jargon: „Integrität, Aufrichtigkeit und Ethik“ oder eben das Culinary Mission Statement: „Working together and sharing a passion for excellence, we create innovative, quality meals that consistently delight our guests.“ Die Richtlinien der Luxus-Cruiseline Seabourn sind american as american can be. Und deswegen werden die große Parolen ungefiltert rausgehauen. Erstaunlicherweise scheinen die aber zu stimmen. Zumindest wenn man nach der Return-Rate von 96 Prozent und Rafael Peterkovic geht. Der Seabourn-Odyssey- Executive-Chef fuhr bereits vor fast zehn Jahren das erste Mal mit Seabourn auf den sieben Weltmeeren umher.

Als Commis eingestellt – wobei seine letzte Position an Land die des Sous Chefs in einem 1-Stern-Michelin-Betrieb war –, hatte er innerhalb eines halben Jahres allerdings diese Position wieder inne. „Da waren Glück, aber auch Ehrgeiz und Passion dahinter. Einmal Seeluft geschnuppert, wusste ich, das ist meines. Karriere machen an Bord geht schnell, wenn man die Ausdauer und die richtige Motivation hat.“ Was auch daran liegt, dass die Vertragsdauer vier Monate beträgt und man mit dem neuen Engagement immer weiter nach oben rücken kann. Doch gleich nach der Lehre aufs Schiff, weil man hier die große Karriere vermutet, ist nicht unbedingt die richtige Wahl. „Seabourn ist eine Luxuscompany. Und deswegen macht es erst Sinn, sich zu bewerben, wenn…

Arbeiten bei SeabournFoto: Seabourn

Es klingt hart nach PR-Texter-Jargon: „Integrität, Aufrichtigkeit und Ethik“ oder eben das Culinary Mission Statement: „Working together and sharing a passion for excellence, we create innovative, quality meals that consistently delight our guests.“ Die Richtlinien der Luxus-Cruiseline Seabourn sind american as american can be. Und deswegen werden die große Parolen ungefiltert rausgehauen. Erstaunlicherweise scheinen die aber zu stimmen. Zumindest wenn man nach der Return-Rate von 96 Prozent und Rafael Peterkovic geht. Der Seabourn-Odyssey- Executive-Chef fuhr bereits vor fast zehn Jahren das erste Mal mit Seabourn auf den sieben Weltmeeren umher.

Als Commis eingestellt – wobei seine letzte Position an Land die des Sous Chefs in einem 1-Stern-Michelin-Betrieb war –, hatte er innerhalb eines halben Jahres allerdings diese Position wieder inne. „Da waren Glück, aber auch Ehrgeiz und Passion dahinter. Einmal Seeluft geschnuppert, wusste ich, das ist meines. Karriere machen an Bord geht schnell, wenn man die Ausdauer und die richtige Motivation hat.“ Was auch daran liegt, dass die Vertragsdauer vier Monate beträgt und man mit dem neuen Engagement immer weiter nach oben rücken kann. Doch gleich nach der Lehre aufs Schiff, weil man hier die große Karriere vermutet, ist nicht unbedingt die richtige Wahl. „Seabourn ist eine Luxuscompany. Und deswegen macht es erst Sinn, sich zu bewerben, wenn man einige Stationen in der gehobenen Gastronomie erfolgreich absolviert hat“, so Peterkovic.

Früher hieß es: Schwimm oder geh unter. Heute geben wir Schwimmwesten aus.
Seabourn-Odyssey-Executive-Chef Rafael Peterkovic

 

Zudem ist der Mutterkonzern in Amerika beheimatet, was bedeutet, dass man erst mit 21 Jahren als volljährig gilt – als ideal gilt ein Einstiegs-alter von 23 Jahren. Auch unbedingt notwendig: Englischkenntnisse. Die Bordsprache und somit alle Announcements werden auf Englisch durchgegeben, wer die nicht versteht, ist raus, bevor er überhaupt drin war.
Wer das Interview gemeistert hat, sprich mit Lebenslauf – ein Abschluss einer österreichischen oder deutschen Faschschule ist immer ein Plus – und Persönlichkeit gepunktet hat, wird allerdings nicht schonungslos in den Schiffsbauch mit riesiger Tageslichtküche geschmissen, sondern durchläuft erst mal die Culinary Academy von Seabourn. „Unsere New Hires werden drei Wochen lang in theoretischen und praktischen Trainings in der Küche an die Materie herangeführt. Diese Zeit wird bereits in die Vertragsdauer einbezogen. Wer den Score erreicht, wird übernommen.“

Bezahlt – für die Branche überdurchschnittlich und nicht All-in – wird brutto-für-netto, die Versteuerung muss jedes Crew-Mitglied selbst in die Hand nehmen. Dass die Flagge, unter der ein Schiff läuft, etwas mit der Höhe des Gehaltes zu tun hat, ist Seemannsgarn. Das C1/D-Visum und das Seaman’s Book werden von der Company gestellt. Ist man in der Hierarchie bereits aufgestiegen, läuft ein Vertrag über zwölf Monate. „Wer dieses Level erreicht hat, kann sich aussuchen, welche Routen er bereisen will. Und dann ist die Arbeit auch ein wenig wie Urlaub.“

Seabourne-Guide

Flotte: 6 Schiffe
Kapazität: zwischen 208 und 450 Gäste
Offene Positionen: alle
Seabourn-Special: Culinary Academy
Karriere-Link: SeabournCareers.com

Recruitment DAY Venedig 21. 09. 2013:

Blackrock Careers veranstaltet am 21. September 2013 einen Seabourn-Recruiting-Tag in Venedig. Dazu werden die Kandidaten mit dem Bus von Graz direkt an Bord der Seabourn Odyssey gebracht. Dort gibt es die Möglichkeit, das Schiff kennenzulernen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und direkt mit den Verantwortlichen zu sprechen.

Anmeldung: info@blackrockcareers.com

Seabourn Karriere

Attitüde hat Priorität!
Der gute CV ist die Eintrittskarte. Damit die Türen aber aufgehen, braucht es die richtige Einstellung.

Björn Waßmuth

Björn Waßmuth

Seit 2011 Manager Culinary Operations der Seabourn Cruise Line.

www.seabourn.com

Herr der (See-)Lage

Der marburger Björn Wassmuth managt die Food-Costs im zweistelligen Millionenbereich bei Seabourn Cruise line, ist für alle kulinarischen Belange der Luxusmarke verantwortlich und weiß, wie hier karriere gemacht werden kann …

Wer in den Küchen der Flotte von Seabourn stehen darf, bestimmen maßgeblich Sie. Womit kann man Sie und Ihr Recruiting-Team beeindrucken?
Björn Waßmuth: Mit der richtigen Einstellung. Ein guter Lebenslauf ist der Door Opener. Zwei, drei Stationen in Häusern, die durch den Gault Millau oder den Guide Michelin ausgezeichnet sind, eine fundierte Ausbildung in einer renommierten Tourismusschule sind da die Facts, die aufscheinen sollten. Pünktlichkeit und Zeit-Keeping dürfen auch kein Problem sein. Demjenigen, der bereits ohne triftigen Grund zu spät zum Interview kommt, wird in den meisten Fällen kein Angebot gestellt. Skills setze ich auf Platz drei meiner Prioritätenliste, denn diese lassen sich mit der richigen Einstellung zum Job antrainieren. Einen Kandidaten mit viel Leidenschaft, aber weniger Erfahrung gebe ich gerne eine Chance, sich bei uns zu beweisen.

Ihre No-Gos auf der Anforderungsliste?
Waßmuth: Wir sprechen noch immer von einem Job mit viel Gästekontakt, und das im High-End-Bereich. Daher sind sichtbare Tattoos und Piercings bei uns eigentlich nicht erlaubt. Das mag reaktionär klingen, doch sind wir unserem Zielpublikum verpflichtet und das denkt eben noch immer ein wenig konservativ.

Dann sind die Sitten an Bord eher geschliffen denn rau?
Waßmuth: Wer bei Seabourn beginnt, sollte geschult sein im Umgang mit Gästen, die ein gewisses Level erwarten. Im Prinzip agieren wir gleich wie ein 5-Sterne-Hotel und erwarten diesen Standard auch von unseren Mitarbeitern. Unsere Schiffe sind mit einer maximalen Gästezahl von 450 überschaubar. Doch um das Niveau zu halten, bedarf es von jedem der 350 Crew-Members vollster Aufmerksamkeit. Liebe zum Beruf und Passion sind das Um und Auf.

Und das vier Monate durchgehend …
Waßmuth: Genau. Bei Seabourn haben wir Kreuzfahrt-Verträge mit vier Monaten Dienst und zwei Monaten Freizeit. In der Küche gilt eine 7-Tage-Woche von acht Uhr morgens bis zwei Uhr nachmittags und von fünf bis zehn Uhr abends. Je nachdem, was auf dem Programm steht, kann es auch ein bis zwei Stunden länger dauern.

Also stimmt das Klischee vom Galeerensträfling nicht mehr?
Waßmuth: Nein, aber easy going ist es deswegen trotzdem nicht. Der Lebensstandard an Bord hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt, bereits als Sous Chef erhält man eine eigene Kabine. Für unsere Crew gibt es Gym, ein eigenes Deck sowie eine eigene Crew-Bar. Wer möchte, kann auch bei den Crew-Tours, die von uns organisiert werden, mitmachen. Aber: Die Küche ist 24 Stunden geöffnet, was zu Mittag serviert wird, wird in der Früh vorbereitet und so weiter. Wir arbeiten kaum mit Convenience-Produkten. Das heißt bei Seabourn hat man die Möglichkeit mit hochwertigen Produkten zu arbeiten, aber auch dass wir immer à la minute produzieren.

Produzieren Sie denn auch selbst Ihre Leistungsträger?
Waßmuth: Definitiv. Unsere In-House-Promotion liegt bei etwa 90 Prozent. Gute Leistung wird gefordert und gefördert. Wir bieten ein breits Spektrum an Weiterbildungen an, von Classroom- über On-the-Floor- bis hin zu Computer-Trainings. Nicht nur am Schiff, sondern auch gemeinsam mit renommierten Instituten wie etwa in New York. Ich selbst halte ein bis zweimal im Jahr für unsere Küchenchefs einen Culinary Workshop, bei dem neue Konzepte und Menüs ausgearbeitet werden. Eine Karriere ist mit dem richtigen Biss und Willen immer möglich. Erst in diesem Monat habe ich zwei Mitarbeiter zu Küchenchefs gemacht – die beiden starteten vor vier Jahren als Chef de Partie. Wir haben Restaurant-Manager, die als Runner oder Waiter begonnen haben. Da man auf Schiffen am besten in einem Alter von etwa 23 Jahren beginnt, kann man mit 28 bereits Küchenchef an Bord eines der Schiffe von Seabourn sein. Wir sind immer auf der Suche nach Talenten, auch wenn gerade keine offene Stelle ausgeschrieben ist.

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