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Expertenkolumne: Eine Frage der Gene

Warum essen wir, was wir essen? Was bestimmt eigentlich unseren Geschmackssinn? Das Geheimnis liegt in den Genen – und im Protein T2R38.
Oktober 3, 2019 | Text: Marc Bonsmann | Fotos: Monika Reiter, Shutterstock

Das Geheimnis liegt in den Genen

Dass die Nahrungsaufnahme für alle Lebewesen auf dem Planeten essenziell, ja überlebenswichtig ist, ist allgemein bekannt. Durch sie versorgen wir unseren komplexen Körper mit den wichtigsten Nährstoffen – genauso wie es Tiere und Pflanzen tun. Doch warum essen wir, was wir essen? Warum schmecken manchen Menschen Fisch, Rosinen oder Rosenkohl und anderen wiederum nicht?

Marc Bonsmann Koppert Cress

Marc Bonsmann von Koppert Cress.

Die allgemeingültige Antwort lautet: Unsere Gene bestimmen, was unser Körper gut verwerten kann und was nicht. In ihnen liegt das Geheimnis, das entschlüsselt, warum wir für gewisse Lebensmittel eine Vorliebe haben – und andere meiden. Unser Geschmackssinn gibt uns gleichzeitig auch Hinweise darauf, welche Nahrungsmittel bzw. Nährstoffe wir gut verarbeiten können und für unseren Stoffwechsel wichtig sind. Leider haben wir im Laufe der Jahrtausende vergessen, was gut für uns ist. Der menschliche Körper ist eine hochkomplexe Maschine, die richtig und lang anhaltend gepflegt sein will, doch manch einer behandelt diese Maschine eher wie einen Mülleimer und dies besonders in puncto Ernährung. Aber ohne die richtigen Nährstoffe kann unser Körper nicht funktionieren. Wie kann es also sein, dass uns so manch wichtiger Nährstoffträger nicht schmeckt?

Decoding T2R38

Wie bereits erläutert, definieren unsere Gene unseren Geschmack – dank ihnen können wir die Richtungen süß, salzig, sauer und bitter schmecken. Unter ihnen gibt es allerdings ein besonderes Gen, das den Namen T2R38 trägt. T2R38 ist ein Protein – und zählt gleichzeitig zu den wenigen Rezeptoren, von denen nachgewiesen wurde, dass sie beeinflussen, wie intensiv wir bitteren Geschmack wahrnehmen. Wir alle tragen es in uns, aber nicht bei jedem ist es auch „aktiviert“. So nehmen einige von uns Bitterstoffe viel extremer wahr und bittere Lebensmittel wie zum Beispiel Chicoree oder Rosenkohl schmecken uns nicht. In diesem Fall machen wir entweder einen großen Bogen um diese Lebensmittel  – oder wir süßen sie mit Zucker, wie etwa Kaffee. Würden wir wissen, ob dieses Gen bei uns aktiviert ist, ließe sich für jeden von uns ein individuelles Menü zusammenstellen, das sowohl unserem Geschmack als auch unseren Bedürfnissen entspricht. 

www.koppertcress.com

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