Ausgabe 128, Porträts

10 Fragen an Juan Amador

Was Sie schon immer über die Pioniere der Branche wissen wollten. Was treibt sie an, wie sehen sie sich selbst und wobei werden sie schwach?


10 Fragen an Juan Amador

Avantgarde-Guru
Juan Amador, deutscher 3-Sterne-Koch mit spanischen Wurzeln, betreibt Restaurants in Mannheim, Bukarest und Abu Dhabi. Der raubeinige Spitzenkoch im 4-Augen-Gespräch über König Juan Carlos, seine Bienenphobie und den Städtehorror Moskau.

1. Von wo sind Sie gerade heimgekehrt?
Ich komme soeben frisch aus Abu Dhabi, wo ich im Park Rotana Hotel ein Restaurant habe.

2. Wo auf der Welt sind Sie eigentlich am glücklichsten?
Ich reise sehr viel und kann das deswegen nicht auf Orte festmachen. Viel wichtiger sind mir da schon die Menschen.

3. Von wem würden Sie lieber angegriffen werden: von einem Bären oder einem Bienenschwarm?
Vom Bären. Ich hasse Bienen. Einen Bären könnte ich möglicherweise noch irgendwie besänftigen. Bienen stechen und sind unberechenbar!

4. Lächeln Sie immer, wenn Sie fotografiert werden?
Nein. Nicht weil ich ein böser Mensch bin, sondern weil ich bei Fotoshootings meist versuche, ernst und seriös zu wirken.

5. Der beste Koch der Welt?
Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich definitiv meine Mutter wählen. Ich habe es bis heute noch nicht geschafft, eine Paella zu kochen, so wie meine Mutter das kann.

6. Wo waren Sie das erste Mal alleine ohne Ihre Eltern auf Urlaub?
Auf Ibiza. Ich war da mit 16 ganz alleine meinen Onkel besuchen und habe logischerweise die ganze Woche hindurch Party gemacht.

7. Mit welcher Person hätten Sie gerne ein aufregendes Date?
Mit dem spanischen König Juan Carlos. Er kam in letzter Zeit aufgrund seiner Affäre zwar in die Schlagzeilen, aber ich finde, er hat für Spanien über die Jahre hindurch Großartiges geleistet.

8. Welche Stadt geht Ihnen auf die Nerven?
Moskau. Also diese Stadt sieht mich definitiv so schnell nicht wieder. Die ganze Art der Menschen dort ist mir ziemlich auf die Nerven gegangen. Angefangen bei Super-Reichen, die mit Privatarmee durch die Straßen wandeln, bis hin zu mit Kalaschnikows bewaffneten Bodyguards in schicken In-Clubs: Nein danke!

9. Haben Sie schon jemals aus einem Hotelzimmer etwas mitgehen lassen und wenn ja, was?
Das war das erste Mal, als ich in einem 3-Sterne-Restaurant gegessen habe. Es war das Hotel de Paris in Monaco im Jahr 1990 und ich habe dort wahrscheinlich ein ganzes Monatsgehalt liegen lassen. Daher habe ich auch ein kleines Handtuch als Souvenir geklaut. Das habe ich übrigens heute noch!

10. Was wäre Ihr letztes Mahl auf Erden?
Ein Essen mit meiner Lebenspartnerin. Die Gerichte wären dabei egal.

3 Sterne
18 Punkte
44 Jahre

Der smarte Küchenchef plant derzeit auch weitere Restaurants in Asien.

Am 8. September 2011 schuf sich Juan Amador mit dem Umzug von Langen nach Mannheim neuen kreativen Raum. Hier treibt er seine avantgardis-tische Arbeit voran.

www.restaurant-amador.de
14.11.2015