Ausgabe 131, Kolumne

Der Insider - Pop-down-Restaurant in Helsinki

Robert Kropf schreibt für all jene, die schon überall waren und alles kennen.


Robert Kropf Gerade erst habe ich über das fast schon wieder oute Konzept der Pop-up-Restaurants geschrieben. Sie erinnern sich vielleicht. Semipermanent heißt der neue Trend. Die Finnen gehen da noch einen Schritt weiter. Sie drehen das Konzept jetzt um: Als World Design Capital 2012 lädt Helsinki im Minenmuseum Tytyri ins erste Pop-down-Restaurant der Welt – 80 Meter unter der Erde.

Muru Pops Down heißt die Aktion, bei der sich das Restaurant Muru aus Helsinki von 10. bis 24. September in die Tiefen der aktiven Kalksteinmine Tytyri begibt. Das Lokal von Sir Lintsi und Henri Alen ist laut Finnish Gastronomic Society das Restaurant des Jahres 2012. Es serviert ein viergängiges Menü – unter anderem Fenchelrisotto an Pernot-flambierten Schnecken und ein Steak vom Kalb mit Béarnaise-Sauce (Henri Alen ist der Béarnaise-Spezialist des Muru). Während des unterirdischen Dinners können die Gäste auf Wunsch per Lift eine Höhle 350 Meter unter der Erde besuchen. Pop-down at it’s best! Statt ganz nach unten ganz nach oben ging das im Juni eröffnete Rosemary’s im New Yorker Stadtteil West Village.

Dabei dreht es sich um ein italienisches Restaurant mit Dachterrasse. Die Erwähnung der Dachterrasse ist in diesem Fall nicht Teil der Standardaufzählung von Sitzmöglichkeiten, sondern unabdingbar, um das Restaurantkonzept zu verstehen. Weil die Macher Rooftop-Gardening betreiben und ihre eigenen Kräuter, Chilis, Tomaten und Bohnen von den Dächern ernten. Der dazugehörige Trend nennt sich Roof-to-table Dining. Rosemary’s heißt der neueste Zugang, ergänzt prominente NYC-Beispiele wie das Bell Book & Candle und das Roberta’s.

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14.11.2015