Ausgabe 131, F&B Know-how

Würzige Sache

Sie machen nicht süchtig aber haben eine gehörige Wirkung: Gewürze. Was Kümmel, Safran und Co. alles können.

Fotos: Werner Krug
Wirkung der Gewürze auf den menschlichen Körper

Kümmel stärkt das blöde Hirn. Das ist Tatsache. Gut, zumindest im Mittelalter war das unverrückbar. Und so bekamen verwirrte Personen Kümmel verabreicht, liebestolle Jungfrauen wurden mit Liebstöckel geheilt und Knoblauch bewahrte einen vor den bösen Vampiren und deren Bissen. Dass es Vampire nicht gibt und liebestolle Mädchen vielleicht gar nicht geheilt werden wollen, steht auf einem anderen Blatt. Fest steht jedoch, dass Gewürze zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit zählen und deren Wirkung heute dieselbe ist wie vor 100 Jahren. Inzwischen ist diese auch wissenschaftlich belegt. Natürlich abgesehen von den Mären über Wacholderbeeren mit Zauberkräften und Myrrhe, die den Zorn der Götter besänftigt...


"Nette Anekdoten steigern den Unterhaltungswert. Wer noch einen draufsetzen will, reibt den Tisch mit Minze ein."



Einer, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die gesunde Wirkung von Gewürzen wieder in Erinnerung zu rufen, ist Sternekoch Alfons Schuhbeck: „Gewürze sind essenzieller Bestandteil einer gesunden Ernährung. Ich sage immer, Gewürze sind die einzige Medizin, die schmeckt.“ Inwieweit nun wirksam oder nicht, Fakt ist, dass Schuhbeck mit dieser Philosophie eine beachtliche Fangemeinde um sich, seine Küche und seine Gewürzmischungen geschart hat. Das klingt gehörig nach echtem Profit-Food, wie man neudeutsch so schön sagt, oder anders ausgedrückt, nach einer gesalzenen Win-win-Situation. Denn für den Koch und Gewürzmischer rollt der Rubel besser als für jeden Pfeffersack und die Gäste bekommen neben gesunder und schmackhafter Kost auch noch ein paar nette Anekdoten serviert. Die erste wäre gleich einmal, dass man es im Mittelalter geschafft hatte, wenn man als Pfeffersack betitelt wurde. Denn so wurden seinerzeit die schwerreichen Gewürzhändler genannt.



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14.11.2015