Ausgabe 134, News

Gault Millau und der Fall Johanna M.

Es ist wieder mal Gault-Millau-Showtime. Und was für eine. Diesmal nämlich wird die Urmutter der Haute Cuisine zur literarischen Schlachtbank geführt.

Gault Millau und Johanna MaierFotos: Wolfgang Hummer, Werner Krug, beigestellt

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Oder besser gesagt: müssen fallen. Zumindest, wenn man Herausgeber des einflussreichsten heimischen Gourmetführers und auf der Suche nach einem Aufreger ist. Frei nach dem Motto „Bad news are good news“ erwischte es am 17. Oktober 2012 eine kulinarisch so gut wie unantastbare Frau: Johanna Maier. Bereits eine halbe Stunde, nachdem der Gault Millau die aktuellen Bewertungen – diesmal wurde die Sau übrigens nicht bei einer Präsentation durchs Dorf getrieben, sondern die Ergebnisse lediglich formlos per Mail versendet –  über den Äther geschickt hatte, gingen die Wogen hoch. Maiers Herabstufung um einen Gault-Millau-Punkt und der damit einhergehende Verlust einer von ehemals vier Hauben erhitzt die kulinarisch bewanderten Gemüter der Nation – positiv wie negativ. Häme sind dieser Tage nämlich nicht gerade Mangelware. Dass die vor allem von den von Hohenlohe & Co. so hymnisch gepriesenen Nachwuchsstars wie dem 22-jährigen Harald Irka kommen, ist hoffentlich nur einer ordentlichen Portion jungendlichem Wahnsinn geschuldet. Flapsiger Kommentar des süd-oststeirischen René-Redzepi-Verschnitts und Kapperlträgers zu Maiers Abwertung: „Längst überfällig.“

Neiddiskussionen außen vor gelassen wirft der Fall Johanna M. aber auch viele grundsätzliche Fragen auf. Zum einen die, ob diese Bewertung tatsächlich gerechtfertigt ist...

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14.11.2015