Ausgabe 135, Kolumne

Die Chefredakteurin - Was Hänschen lernen muss …

Katharina Wolschner, die ROLLING PIN-Chefredakteurin, schreibt über jene Themen, die sie bewegen und mag.


Katharina WolschnerEs gibt eine Sache, die an sich vernunftbetonte und nette Menschen zu unausstehlichen Ignoranten macht: ihre Kinder. Momentan befinde ich mich ja noch auf der Gegenseite. Sprich, ich mag es, wenn in einem Restaurant die Kindersitze im Eck stehen bleiben und der generelle Geräuschpegel unter 160 Dezibel bleibt. Aber sagen Sie das einmal laut. Das ist so ähnlich, als würden Sie Hundewelpen-Treten als Hobby angeben.

Doch dann wieder ziehe ich mit meinen Nichten und Neffen um die Häuser, also eher ziehen sie an mir, weil sechs Jahre und darunter, und denen gehören die Regeln des manierlichen Benehmens bei Tisch auch beigebracht, was familienintern als meine Aufgabe betrachtet wird. Und da verwandle ich mich auch in genau so einen Ignoranten, weil Learning-by-doing noch immer die beste Methode ist. Mit Latzerl und regelmäßiger Wiederholung von „Ellbogen vom Tisch“, geht es in die Restaurants.

In solche, die ich selbst kinderlos bevorzuge. Und ja, da wird es dann auch an meinem Tisch ein wenig lauter und hin und wieder landet der Orangensaft auf der Tischdecke. Da bin ich dann heilfroh über Servicepersonal, das ohne Augenverdrehen diese kleinen Malheure wegwischt und mir und dem Anhang das Gefühl geben, trotzdem gemocht zu werden. Denn eines ist ziemlich sicher: Diese Kinder sind Ihre Gäste der Zukunft und glauben Sie mir, sind Sie nett zu den Kindern, kommen die Eltern auch ohne die Bagage wieder.

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14.11.2015