Ausgabe 138, Porträts

Country for old men

Die Gang rund um Ferran Adrià macht sich höchst erfolgreich selbstständig und braut neben dem eigenen Bier auch noch das next-big-Thing. Warum das etwas sehr kleines ist, erklärt sich am Beispiel Albert Raurich.

Ferran Adrià Fotos: Werner Krug

Dienstagabend. Das Licht ist gedimmt, das Cañas gekühlt und drei Männer stehen an der Bar und diskutieren mit dem Bier in der Hand lautstark über das heutige Fußballergebnis von Barça und über das, was vor ihnen auf dem Teller liegt. Das wäre in Barcelona nicht weiter ungewöhnlich, wenn es sich bei den leicht ergrauten Sport-Kumpanen nicht um die ehemaligen elBulli-Masterminds Ferran Adrià, seinen Bruder Albert und Bar-Chef Albert Raurich handeln würde. Was aussieht wie ein gemütlicher Absacker im dos palillos, dem Tapas-Restaurant von Raurich, ist aber wesentlich mehr. Das ist der Grund, warum sich Spanien in den letzten Jahren zu einem festen Statement in der kulinarischen Welt diktiert hat. Der enge Zusammenhalt und Austausch der spanischen Kochelite untereinander, der Blick aus dem Elfenbeinturm brachte schon davor so manchen kulinarischen Supertrend hervor. Waren es vor einigen Jahren noch die Espumas und Sphären, die vom lange Zeit als besten Restaurant der Welt geltenden...

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14.11.2015