Ausgabe 138, Kolumne

Der Insider - Staycation statt Balkonien

Robert Kropf schreibt für all jene, die schon überall waren und alles kennen.


Robert Kropf Staycation – das ist ein Trend, der mir gefällt. Urlaube dort, wo du zu Hause bist. Nein, ich rede nicht von Balkonien, das ist für Schnarchnasen. Ein paar Kilometer aus der Komfortzone muss man sein Hinterteil schon bewegen. Drei Beispiele von mir und für mich als Wiener.

Das Ehepaar Sven und Felix Strasser eröffnete 2007 ein Lokal. „Ein Wiener Salon“ in der Wiener Stubenbastei führte zuletzt zwei Hauben. Aus heiterem Himmel schlossen die beiden ihr Lokal und zogen aufs Land. Jetzt residieren die Strassers auf dem Strassergut im nördlichen Weinviertel. Ab März empfangen sie dort Gäste in der Villa und stehen bei Kochkursen „mit Rat und Tat zur Seite“. Ein bis zwei Teilnehmer filetieren Fisch, backen Brot, fabrizieren Pasta. Und verkochen Gemüse und Kräuter aus dem Garten des Strasserguts.

Tipp zwei: Mini-Häuser beleben ein Minidorf: Im kleinen burgenländischen Raiding bauen japanische Star-Architekten zehn Mini-Urlaubshäuser. „Erfinder“ der Idee ist der Exil-Österreicher Roland Hagenberg. Zehn Stararchitekten trommelte der Autor, Fotograf und Filmemacher zusammen. Einzige Vorgabe des Initiators: nicht mehr als fünf mal fünf Meter Grundfläche.

Last, not least: Martin Rohla und sein Biobauernhof Bergmühle im Kronberg machen Winterpause. Nicht ganz: Er lädt lieber zur „Stadtflucht“. Mit Freunden wie Weinexpertin Dorli Muhr, Fischzüchter Alexander Quester und Sternekoch Mario Bernatovic gründete er den „Verein für Kochen und Muße“. Ab April verarbeitet die Expertenrunde bei Events alles, was auf den 20 Hektar der Bergmühle wächst.

Stimmt er also doch, der Biospruch: Das Gute liegt so nah.

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14.11.2015