Ausgabe 139, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... ein tausendjähriges Ei?


Fotos: Neil Setchfield

Ekel-Ei

tausendjähriges EiIn China eine wahre Delikatesse, hierzulande wahrscheinlich eher weniger bekannt: das tausendjährige Ei. Der Sage nach werden tausendjährige Eier hergestellt, indem man frische Eier in Pferdeurin einlegt. Klingt gar nicht so abwegig, wenn man den stechenden, an Ammoniak erinnernden Geruch des Eies bedenkt. Ganz so dramatisch ist es aber dann doch nicht.

Für diese Delikatesse namens Songhua Dan werden Enten- oder Hühnereier in einer Mischung aus Lehm, Asche, Salz, Kalk und Reishülsen oder Stroh mariniert und das auch nur für einige Monate und keine tausend Jahre. Manchmal wird der Sud auch aus Asche, Salz, Zitrone und Tee kreiert. Nach ein paar Monaten kann man das Ei dann aus seiner Marinade holen und verspeisen.

Wie das Ei dann aussieht? Zugegebenermaßen nicht besonders appetitlich. Während der Fermentierung verfärbt sich das Eiweiß, wird dunkel und geleeartig. Der Dotter wird grün und nimmt eine quarkartige Konsistenz an. Mit der Farbe verändert sich auch der Geruch und erinnert an stark würzigen Käse.

Was befremdlich aussieht, ist gesundheitlich vollkommen unbedenklich und schmeckt in der Tat gar nicht mal so schlecht. Gut, nicht jeder wird mit dieser skurrilen Speise gleich warm werden und es wird wahrscheinlich auch nicht jedem munden, doch die Chinesen sind von dem tausendjährigen Ei total begeistert.

Die Songhua-Dan-Eier werden dann als Vorspeise oder als Snack gegessen. Man kann sie in mehrere Stücke schneiden und mit Sojasauce, Ingwer und Koriander servieren. In China werden tausendjährige Eier auch als Zutat in anderen Gerichten etwa mit Hühnerfleisch und Reis vermengt.

14.11.2015