Ausgabe 140, Porträts

Prunk und Pop

Die Neueröffnung in Wien: Philipp Vogel und sein U-30-Team im Palais Hansen sind auf der Pirsch nach neuen, jungen Gästen – und was Blutwurst damit zu tun hat

Philipp Vogel und sein U-30-Team
Fotos: Werner Krug

Darf’s ein bisserl mehr sein? Diese Frage hört man in Wien ja des Öfteren, vorwiegend wird sie von freundlichen Wurstwarenfachverkäuferinnen oder am berühmten Wiener Naschmarkt gestellt. Vor der Eröffnung des ersten Wiener Hauses der Kempinski-Gruppe in den ehrwürdigen Gemäuern des Palais Hansen wurde diese Frage vielfach öffentlichkeitswirksam umformuliert und lautete: Muss es denn noch mehr sein? Noch ein 5-Sterne-Haus mehr an der Wiener Ringstraße? Noch mehr k&k-Feeling auf den Tellern, die über den Pass in auf Alt-österreichisch gestylten Restaurants wandern?

Philipp Vogel Philipp Vogel, seit Oktober 2012 Executive Chef des nunmehr offiziell eröffneten 5-Sterne-Hauses am Schottenring, hatte sich diese Frage vorab auch gestellt – und seine Antwort fiel eindeutig aus: Es darf ruhig noch ein bisserl mehr Luxus und Lifestyle sein in dieser Stadt, aber in den Küchen und Restaurants des Palais Hansen muss es in vielerlei Hinsicht jedenfalls ein bisserl weniger sein. Diese konzeptionelle Vergangenheitsbewältigung ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen, das Ergebnis sind zwei ganz und gar 5-Sterne-de-luxe-untypische Restaurants und ein F&B-Konzept, mit dem der erst 31-jährige Kölner Vogel „den Wienern und Nicht-Wienern zeigen will, dass Fine-Dining auch in einem luxuriösen Hotel-Umfeld durchaus Spaß machen darf“.

Wir müssen nur wollen
Heißt es ja so schön in einem gehörgängigen deutschen Popsong...

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14.11.2015