Ausgabe 142, Porträts

Im Rampenfieber

Genau in selbigem befindet sich momentan Andreas Senn, Küchen-Mastermind des Restaurants Heimatliebe. Auch oder gerade weil seine Vorratskammern regional­fetischismusfreie Zonen sind.

 Andreas Senn, Küchen-Mastermind
Fotos: Wolfgang Hummer

Windig, aber ein super Training.“ Es ist einer der ersten Sätze, die Andreas Senn an diesem Vormittag sagt, und er bezieht sich dabei auf seinen Radrennurlaub in Fuerteventura, von dem er gerade nach Hause gekommen ist. Viele Worte später an diesem Tag wird unter anderem eines klar sein: Kein anderer Satz könnte die Lebensphilosophie des aktuell unangefochtenen Shootingstars der Tiroler Fine-Dining-Szene besser ausdrücken. Andreas Senn weiß Gegenwind nämlich zu schätzen: egal, ob er von einem spanischen Berg, aus Kritikermündern, von Kollegen oder Mitarbeitern zu ihm weht. „Man lernt dadurch zu kämpfen, durchzuhalten“, sagt der 33-jährige Küchenchef des Restaurants Heimatliebe in Kitzbühel – und überraschenderweise schwingt in seiner Stimme kein Hauch verbissenen Ehrgeizes mit, sondern vielmehr beinahe kindlich diebische Freude an der Herausforderung. „Beim Kochen ist es wie beim Radrennfahren auch“, ergänzt er, „man muss...

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14.11.2015