Ausgabe 142, Porträts

Perlentaucher

Kevin Fehling wäre Vegetarier, hätte er nicht Koch gelernt. Warum der jüngste Zugang unter Deutschlands 3-Sternern gerne Märchen erzählt und der Weltuntergang inspirierend ist.

Kevin Fehling Fotos: Wolfgang Hummer

Kevin ist allein zu Hause. Und grübelt nach. Über den Weltuntergang. Den haben schließlich die Mayas prophezeit. Dass der allerdings genauso wenig eingetreten ist wie ihr Überleben, konnten sie ja nicht wissen. Jedenfalls der Weltuntergang. Ein markiges Thema, vor allem für jemanden, der einmal in einem Interview meinte, dass er nicht dazu auserkoren sei, die Welt zu retten. Zumindest nicht durch die Verwendung ausschließlich regionaler Produkte. Er koche High-End und da erwarten die Gäste ja auch ein bisschen was Schniekes und Schickes. Alleine schon der Klassiker aus dem Gourmetrestaurant La Belle Epoque lässt sich mit dem, was in einem Umkreis von 30 Kilometern um Lübeck-Travemünde herumkrebst, blökt und wächst, nicht unbedingt auf den Teller bringen. Es sei denn, „Langustino ‚La Belle Epoque‘ mit Erdbeere, Rhabarber, Waldmeister & Mandel“ verwandelt sich spontan in ein Marzipan-Gebilde von Niederegger.

Bereits seit sechs Jahren hat Fehling das Gericht auf der Karte, aber weil immer dasselbe auch immer wieder langweilig wird, in immer neuer Konstellation. Und heuer, als Premiere, sogar mit dem Namenszusatz „La Belle Epoque“. Weil es eben so etwas ist wie das Signature-Dish des Restaurants, in dem er seit 2005 Küchenchef ist. Aber unter gar keinen Umständen ein Kürzel wie „Edition Kevin Fehling“ erhalten wird, da hätte die von ihm gelebte und oft ausgesprochene Demut etwas dagegen. Nicht das zu niedrige Selbstbewusstsein...

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14.11.2015