Ausgabe 144, Porträts

Spielernatur

Kolja Kleeberg gibt dem Beruf des Tv-Kochs die kurz vor der Ausrottung stehende kulinarische würde zurück. Wie gut er Remmidemmi und Haute Cuisine zu vereinen weiß, wird das Berliner Sterne-Urgestein ab Herbst im Palazzo zeigen.

Kolja Kleeberg Fotos: Werner Krug, Florian Bolk/Palazzo Berlin

Neulich im Kanal saß Steffen Henssler, Flimmerkasten-Omnipräsenzler, bei Günther Jauch auf dem Wer-wird-Millionär-Stuhl und erläuterte vor Quizantritt den Unterschied zwischen Koch und TV-Koch mit folgenden Worten: „Der Koch muss richtig arbeiten und der Fernsehkoch tut immer nur so, als würde es schmecken.“ Die Qualität dieses Versuchs einer sarkastischen Annäherung an das eigene Lebensunterhaltsszenario darf an dieser Stelle infrage gestellt werden – mal ganz abgesehen davon, dass Henssler seinen TV-Kollegen mit Aussagen wie diesen nicht gerade Honig ums geschulte Maul schmiert.

Schon gar nicht Kollegen wie Gerhard Nikolaus Kleeberg, besser bekannt unter seinem Rufnamen Kolja. Der ist zwar auch telegenes Aushängeschild der kochenden Zunft, aber bei „Das unglaubliche Quiz der Tiere“ oder der „Ultimativen Chartshow“ wird man den gebürtigen Kölner, der seit 1997 für die Küche seines Berliner Restaurants VAU durchgehend mit einem Michelin-Stern dekoriert ist und aktuell bei drei Gault-Millau-Hauben und 17 Punkten hält, kaum zu sehen bekommen. Denn, so der als Urvater der Berlin Cuisine betitelte Kleeberg, man dürfe die Liebe zum Entertainment...

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14.11.2015