Ausgabe 145, Kolumne

Der Insider - Neuer Trend: Essen im Stehen

Robert Kropf schreibt für all jene, die schon überall waren und alles kennen.


Robert Kropf Standing Restaurants. So heißt der gerade angesagteste Foodtrend in Tokios Szeneviertel Ginza. Ganze Horden von Genießern stehen auf der Straße, um sich den Bauch vollzuschlagen. Essen im Stehen? Ja, das klingt irgendwie nach Ramen-Nudeln aus dem Karton und hektischer Fast-Food-Atmosphäre. Doch das Gegenteil ist der Fall. In den 18 Lokalen der Restaurantkette Ore No in Tokio kochen durchwegs ehemalige Michelin-Chefs.

Neben Kaiseki – leichte japanische Küche nach alten kaiserlichen Rezepten – bringt Ore No italienische und französische Gerichte auf den (Steh-)Tisch. Und das zu moderaten Preisen: Die Foie gras auf Beef Tournedos kostet erschwingliche 4000 Yen, das sind etwa 32 Euro. Jetzt ist der Hype um das sessellose Restaurant drauf und dran, nach New York überzuschwappen. Derzeit sieht sich die Ore-No-Gruppe nach geeigneten Immobilien in Midtown Manhattan um. Bis Jahresende soll dort das erste japanische Gourmet-Stehrestaurant der Stadt eröffnen. Michio Yasuda ist Executive Director bei Ore No: „Japanische Küche auf Sterne-Niveau ist in New York nahezu unleistbar. Das wollen wir ändern.

Auch Normalverdiener sollen Gourmetküche genießen.“ In dem neuen Standing Restaurant in Manhattan wird es gegen Aufpreis und rechtzeitige Reservierung einige wenige Sitzplätze geben. Der Rest der New Yorker Foodies muss Steherqualitäten beweisen. Da bin ich nun gespannt, wann der Trend nach Deutschland und Österreich schwappt. (Wir gehen mal von rund einem bis zwei Jahren aus. Das sagt die Erfahrung.) Außerdem: Ein bisschen Essen im Stehen kann man bei uns ja schon. Currybuden und Würstelstände waren schon immer voll im Trend.

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14.11.2015