Ausgabe 146, Kolumne

Der Insider - Glüxfall und arme Leute in Salzburg

Robert Kropf schreibt für all jene, die schon überall waren und alles kennen.


Robert Kropf Salzburg, Festspiele, alles Theater. So behauptet zum Beispiel ein Koch, dass er ein Arme-Leute-Essen in seinem neuen Lokal kocht. Das tut Küchenchef Giovanni Ruggieri. Cucina povera kommt aus dem Italienischen und bedeutet „arme Küche“. Arm ist die Küche von Ruggieri im Refettorio in der Linzer Gasse dann aber nicht: Sie widmet sich vielmehr der schlichten Küche mit exzellenten Zutaten. „Die regionale, ländlich geprägte Küche, die ausschließlich auf frischen Produkten basiert, war schon immer ein Favorit der wahren Genießer“, sagt Ruggieri. Die Idee stammt aus Mailand, wo im Vorjahr das erste Refettorio seine Tore öffnete und seitdem von der Mode- und Designwelt frequentiert wird.

Die Einrichtung des Lokals in Salzburg ist auch simpel, aber ausgewählt. Sie stammt aus der Ideenschmiede Segno Italiano: Steinsäulen tragen das Gewölbe – hinter einer steht ein kupfernes Nudelsieb, Tische und Sessel sind aus hellem Holz, und an einer Längswand dann ein großes Becken für frisches Wasser. Bei dem Trend zur Simplizität eventuell der neue Champagner ...

Apropos Wasser: Glück gehabt – das Hochwasser hat das neue Lokal der Familie Fleischhaker in Salzburg verschont. Kein Wunder, bei dem Namen der Café-Bar direkt an der Salzach: Glüxfall. Seit Juli ist das Lokal geöffnet. Stefanie Fleischhaker, Tochter von Klaus und Petra Fleischhaker, den ehemaligen Pfefferschiff-Betreibern, führt den Glüxfall gemeinsam mit Freund Dominik Standl. Das Ganze ist ein Familienprojekt: Der Papa kocht, die Mutter streichelt den Wein, der Freund schupft den Barbereich. Insgesamt 80 Sitzplätze hat der Glüxfall – je 40 im Lokal und im Gastgarten. Eine Genussbühne. Es ist ja Festspielzeit in Salzburg.

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14.11.2015