Ausgabe 147, Porträts

Kulinarik Royal

Reitbauer, Heinz Reitbauer: 009 der Welt, Präzisionsschütze in Sachen Aromen, Big Player im Roulette der Saisonen und mit der Lizenz, sie alle Umzunieten.

Heinz Reitbauer als 007Fotos: Werner Krug

Es gibt Köche mit mehr Ecken und Kanten, mit mehr Schnauze-offen-Halten und Einfach-Rausballern. Typ Eisenbeißer, der brachial mal jeden kleinen Schiss von sich selbst kommentiert, obwohl es nichts anderes ist als ein laues Lüftchen. Und dann gibt es da die echten Kerle. Die, die nicht zwanghaft über sich selbst reden müssen. Jene, die den aufgeblasenen Brüllaffen gediegen einen linken Haken einschenken, während sie mit der Rechten ungestört weiter ihr Ding durchziehen. Mit Charme, Schliff und ein klein bisschen Augenzwinkern, das sie von Phlegmatikern unterscheidet.

Und mit dem Quantum an Bodenständigkeit, das die Nuance zwischen Highflyern und konstant erfolgreichen Menschen ausmacht. Typen wie Heinz Reitbauer eben. Der laut S.Pellegrino-Liste beste Koch im deutschsprachigen Raum und die Nummer 009 der Welt. Ein Statement, das lauter hallt als alle der Küchen-Gorillas zusammen, die sich vor lauter Eitelkeit selbst auf die Brust trommeln.

Allerdings auch eines, das mit zwei der ausgeprägtesten Charakterzügen von Reitbauer schwer in Einklang zu bringen ist. Nämlich mit seiner Bescheidenheit und dem Faible für Fairness. "Diese Rankings und Listen sind vergänglich und...

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14.11.2015