Ausgabe 147, Kolumne

Vom wahren Wesen der Nachhaltigkeit

Was konkret bedeutet Nachhaltigkeit in einem Fine-Dining-Kontext? Geht es um Regionalität, Gewissen, Marketing? 2-Sterne-Köchin Dominique Crenn, eine der wichtigsten Vertreterinnen des Farm-to-Table-Konzepts, über die Notwendigkeit, einem Begriff endlich Leben einzuhauchen.

2-Sterne-Köchin Dominique CrennFotos: Molly DeCoudreaux

Dominique Crenn

Speerspitze der weiblichen Küchen-Avantgarde. Für die Küche ihres Restaurants Luxe im Intercontinental Hotel San Francisco erntete Crenn 2009 und 2010 jeweils einen Michelin-Stern. 2011 eröffnete sie mit dem Atelier Crenn ihr erstes eigenes Workshop-Restaurant in der Bay Area. Ihre kreativ-intelligente, regional gefärbte und kunstvoll auf den Teller gebrachte franko-amerikanische Küche brachte ihr 2013 den zweiten Michelin-Stern ein. Sie ist damit aktuell die höchst-dekorierte Köchin der USA.

www.ateliercrenn.com



Wie weit hat sich der moderne Konsument von den genauen Umständen der Nahrungsproduktion und dem ihm sich täglich bietenden Nahrungsangebot entfremdet? Diese Frage ist mittlerweile vollends im öffentlichen Diskurs angekommen. Das Bewusstsein, dass die moderne Massenproduktion nicht nur aus ernährungstechnischer Sicht in Zweifel zu ziehen ist, sondern dass dadurch auch lokale, nachhaltig erwirtschaftete und traditionelle Sorten verdrängt werden, ist heute ausgeprägter als noch vor vielen Jahren. Aber mindestens ebenso wichtig wie der physische und realwirtschaftliche Aspekt, der diesem stetig wachsenden Bewusstsein zugrunde liegt, ist meiner Meinung nach auch der seelisch-emotionale Aspekt. Immer mehr Menschen erkennen, dass...

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14.11.2015