Ausgabe 149, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Stachelannone?

Riesenbeere mit Heilwirkung

Stachelannone
 Fotos: Shutterstock

Das Motto dieser Frucht könnte lauten: Außen hart und innen zart. Denn optisch macht sie mit ihren Stacheln einen auf Macker, während die in Wirklichkeit ganz harmlos weich sind. Weich ist auch das Innenleben des bis zu vier Kilogramm schweren Obstes aus der Familie der Beeren. Sogar der Begriff cremig drängt sich einem beim Genuss des weißgelben Fruchtfleisches auf.

In unseren Breiten kennt man die Stachelannone auch als Sauersack, selbst wenn sie hier eigentlich nicht so recht wachsen möchte. Dafür bevorzugt sie tropischere Gefilde wie Westindien, Südamerika, die Karibik oder die Philippinen.

Verarbeitet wird die bis zu 40 Zentimeter lange, herzförmige Frucht in jeder Region etwas anders. Grundlage dafür ist aber häufig der Stachelannonensaft, aus dem Marmeladen, Speiseeis, Frucht-püree oder Erfrischungsgetränke hergestellt werden. Auch getrocknet und in Konservenform gibt es das Obst, das aufgrund seiner ruckempfindlichkeit leider nur bedingt zu Lagerung und Transport geeignet ist.

Ergattert man eines dieser Prachtexemplare, sollte es innerhalb von ein bis zwei Tagen verzehrt werden, da die Qualität schnell leidet. Für den karibischen Genuss schneidet man dann den Sauersack wie eine Melone auf oder löffelt das Fruchtfleisch aus der (ungenießbaren) grünen Schale. Die schwarzen Samen, auf die man dabei stößt, sollten unbedingt entfernt werden, denn sie haben eine toxische Wirkung. Der feine Geschmack der Stachelannone macht das aber locker wett: Mit ihrer wattig-cremigen Konsistenz schmeckt sie zitronig süß und erinnert auch etwas an Ananas, während der Duft der reifen Früchte einen an Erdbeeren denken lässt.

Die Zubereitungsmöglichkeiten sind vielfältig: Auf den Philippinen wird das unreife Obst als Gemüse zubereitet und schmeckt dann ähnlich wie gerösteter Mais. In Indonesien wird aus dem Fruchtfleisch süßer Pudding gekocht. So oder so hat die Frucht aber einen hohen Kohlenhydratanteil, viel Vitamin C und gilt als natürliches Heilmittel gegen Krebs.

14.11.2015