Ausgabe 150, Porträts

豪華さ 割腹 - Luxus Harakiri

In der knallharten Sushiarena Tokio ist Yuji Imaizumi einer der Big Player. Warum er nie aus dem Fenster blickt und wie die kleinen Fisch-Schätze richtig Kawumm am Gaumen machen.

Yuji Imaizumi Fotos: Wolfgang Hummer, Mandarin Oriental

In Tokio begegnen einem so viele abgefahrene Dinge wie nirgendwo anders auf der Welt: Mädchen in Lolita-Outfits, kleine Luxusköter in Bienenkostümen und Leute, die ihre Kaninchen an der Leine über die Straße führen. Deshalb sollte es auch nicht verwundern, dass einer der talentiertesten Sushichefs des stets lächelnden Landes Höhenangst hat, und im 38. Stock des beeindruckenden Mandarin Oriental Tokio arbeitet. Hoch hinaus wollte Yuji Imaizumi schon mit 15 Jahren. Bereits im jungen Alter war ihm klar, dass er ein großer Sushichef werden muss. Dass er jedoch einmal im wahrscheinlich höchstgelegenen Sushitempel der Stadt Herr der Fische sein wird, hat er sich damals noch nicht gedacht.

Exakt zwei Meter und 50 Zentimeter beträgt die Entfernung von seinem Arbeitsplatz und dem gähnenden Abgrund in die Tiefe der Tokioter Straßenschluchten. Und viel näher an die große Glasfront wagt sich der talentierte Fisch-Artist auch nicht ran. Außer natürlich fürs Fotoshooting. Mit dicken Schweißperlen auf der bleichen Stirn. Nachdem der Horrortrip am blank geputzten Luxusfenster überstanden ist, zischt der wieder extrem ruhige Sushimeister flink in seinen sicheren Hafen hinter den Tresen und wird im Laufe des Interviews den Blick nie mehr in Richtung Fenster richten. Dafür ist er jetzt in seinem Element und macht...

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14.11.2015