Ausgabe 151, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Jambú?

Prickelnde Parakresse

Jambú
Fotos: Shutterstock

Gleich einmal vorweg: Trotz ihres Namens hat die Parakresse optisch überhaupt nichts mit den in der Küche bekannten Kressen gemeinsam. All jene, die in der Vergangenheit nach einer Mahlzeit das Gefühl einer betäubenden Wirkung der Mundschleimhäute festgestellt haben, kamen höchstwahrscheinlich in den Genuss dieser einzigartigen Pflanze.

Beim Verzehr beginnen die Blütenteile auf der Zungenspitze nämlich gleich zu prickeln. Dann entfaltet sich der Geschmack im ganzen Mund. Man bemerkt rasch eine Art taubes Gefühl an Wangen und Zunge, die Speichelproduktion wird stark gesteigert, was sich nach kurzer Zeit wieder entspannt. Darüber, wo diese Prickelkresse ihren Ursprung hat, ist man sich in der Botanikerwelt nicht ganz einig. Meist wird Südamerika als Heimat bezeichnet, andere sehen den Ursprung auf Madagaskar. Inzwischen wird die Pflanze auch in Europa kultiviert.

Im englischen Sprachraum spricht man von „toothache plant“, was so viel wie Zahnwehpflanze heißt. Das erklärt sich aus der lokalanästhetischen Wirkung der Alkamid-Inhaltsstoffe, die bei Zahnschmerzen zu einer kurzzeitigen schmerzstillenden Wirkung führen. Die verwendeten Pflanzenteile sind bevorzugt Blätter und die dekorativen Blütenkörbchen. Der prickelnde südamerikanische Geschmack dieser Kresseart eignet sich hervorragend für Salate. Das Kraut ist daher vor allem in Japan sehr beliebt.

Parakresse ist geruchlos; ihr Geschmack entwickelt sich im Mund langsam von angenehm pikant-salzig zu einer ganz erheblichen, prickelnd-brennenden Schärfe, die im Mund das taube Gefühl zurücklässt.

14.11.2015