Ausgabe 160, Kolumne

Der Insider: Ick bin auch ein Berliner

Ihr fragt euch was der Street Food Thursday mit Berlin zu tun hat? Robert Kropf verrät es euch!


Robert Kropf Die Berliner und Berlinerinnen an sich sind coole Hunde und Hündinnen? Warum: Weil sie Trends aus den USA und London so rasch übernehmen, dass man meinen könnte, sie hätten’s selbst erfunden. Zum Beispiel der Street Food Thursday, eine der etablierten Veranstaltungen rund um das Straßenessen. Jeden Donnerstagabend kommen unterschiedlichste Händler in die Kreuzberger Markthalle Neun. Zu den Stammgästen gehört etwa der „Heiße Hobel“, der handgemachte Allgäuer Kässpatzen aus einem alten Campinganhänger heraus verkauft. Nebenan werden Burger geschichtet, Piroggen gedämpft, japanische Tintenfischkügelchen gerollt, Würstchen gebraten und dazu der jeweils passende Wein gereicht. Was sich wie eine Kirmes der Kulinarik anhört, hat ein beeindruckendes Potenzial: Das Essen ist hochwertig und absolut köstlich.

Dann BBQ: Ebenfalls in der Markthalle Neun bbqen die Jungs und Mädls von Big Stuffed Smoke Barbecue ihre Brisketflanken stundenlang im eigens aus den USA eingeflogenen Smoker. Das Chicago Williams BBQ, ein anderer Mitspieler, hat sich den Zusatz „seriöse Grillerei“ gegeben. Ihr begehrtes Highlight ist die Fleischplatte – eine obszön-köstliche Orgie aus knusprigen Hühnerschenkeln, zartem Corned Beef und krossen Rippchen. Außerdem gibt es Sandwiches, die nichts damit zu tun haben, was wir Butterbrotfreunde uns darunter vorstellen. Das Robby’s Brisket and Bacon Sandwich, kurz R. B. B. genannt, ist ein von zwei Brötchenhälften umschlungener Turm aus Brust und Bacon. Unmöglich, diese Super-Burger ohne Kleckerei zu verdrücken. Aber darauf ist man im ehrlichen Backsteinambiente eingestellt und hält vollkommen unprätentiös Küchenrollen auf den Tischen bereit. Mit „förmlich“ hat das nun wirklich nichts zu tun.

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14.11.2015