Nerd am Herd – Beschwipstes Rührei

Wenn Genies zum Kochtopf greifen, explodiert entweder die ganze Küche oder der Geschmacksnerv. Werner Gruber sorgt für zweiteres.
November 13, 2015

Beschwipstes RühreiFotos: Shutterstock

Werner Gruber ist ein gewichtiger Mann, Mitglied der Science Busters und österreichischer Physiker mit großem Hang zur kulinarischen Physik. Und da so einem kulinarikaffinen Wissenschafter hundsordinäres Rührei viel zu langweilig erscheint, bedient sich der Science-Foodie des Prinzips der Denaturierung. Anders als bei der herkömmlichen Methode, Rührei zuzubereiten, wird hierbei zur Denaturierung des Eiweißes keine Hitze, sondern Ethanol verwendet.

Man schlägt ein gewöhnliches Hühnerei in ein Gefäß und verrührt es. Nun gibt man so viel Alkohol hinzu, bis die erwünschte Konsistenz erreicht ist. Das kann ein paar Minuten dauern. Der Alkohol interferiert als Lösungsmittel und stört somit die zur Aufrechterhaltung nötigen Wasserstoffbrückenbindungen. Das heißt, es ändern sich die sekundären, tertiären und eventuellen quartären Strukturen. Kurz: Das Eiweiß wird denaturiert. Je hochprozentiger der Alkohol, desto schneller wird das Eierbesäufnis zur gewünschten Festigkeit führen.

Aber Vorsicht! Wird vergällter Alkohol verwendet, darf das Rührei nicht verzehrt werden. Wird unvergällter Alkohol verwendet, ist logischerweise auch von übermäßigem Verzehr abzusehen! Um den hochprozentigen Alkohol etwas zu entschärfen, lohnt es sich, den entstandenen Rühreierlikör zu flambieren. Der Alkohol verschwindet dadurch und die Eierspeise bekommt noch einen angenehmen Effekt: Sie wird warm.

Beschwipstes Rührei-Nerd am Herd

www.sciencebusters.at

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