Ausgabe 163, Porträts

SO WEIT SO GUT

In seinem neuen Pariser Restaurant schafft Atsushi Tanaka den Spagat im Quadrat: Er kombiniert die Elemente der Molekularen küche Frankreichs mit internationalen Klassiker.

Atsushi Tanaka Nicolas Buisson, Mathieu Bourgois, Shutterstock

Dieser Mann ist einfach schwer zu stoppen. Vor vier Monaten erst hat Atsushi Tanaka sein Restaurant AT im Herzen der französischen Hauptstadt eröffnet, jetzt hetzt er durch die Häuserschluchten von Manhattan. „Paris und New York, das sind meine favorisierten Städte“, sagt Tanaka. „Erst möchte ich in Frankreich einen Michelin-Stern bekommen, danach werde ich ein Restaurant in Amerika eröffnen.“ Den Zeitplan hat er klar definiert. In den nächsten ein bis zwei Jahren soll der Stern geschafft sein, dann geht es weiter nach Übersee. Bei der Stippvisite Mitte August in New York schaute er sich bereits nach passenden Lokalitäten um.

Was für ein Mann! Was für ein Tempo! Von der ausgeglichenen, oft reduzierten Art, für die viele seiner japanischen Landsleute stehen, ist bei ihm nur wenig zu spüren. Tanaka ist der fleischgewordene Gegenansatz. Er weiß, was er will. Und er will es sofort. Im Herbst wird er 34 Jahre alt. Stellen hybride Rezeptmodelle die modernste Vision der Gastronomie dar, schwebt dieser Ausnahmekoch bereits in der übernächsten Dimension. „Ich will alles, nur nicht kategorisiert werden“, sagt Tanaka. „Meine Küche ist modern – aus Frankreich, Japan, Spanien, Dänemark … Das ist wichtig!“ Es sind die Stationen der kulinarischen Bildungsreise, zu der er vor sechs Jahren aufgebrochen ist.

Ein Buch von 3-Sterne-Gigant Pierre Gagnaire hat ihn erleuchtet. Als Jungkoch in Tokio bekam er es in die Hände. Die extravaganten, mitunter schrägen Gerichte des Superstars der französischen Küche faszinierten ihn. „Am meisten hat mich begeistert, dass...



HIER registrieren

14.11.2015