Ausgabe 165, Porträts

Ziemlich Radio-aktiv

Jesper Kirketerp und Rasmus Kliim haben ordentlich dampf, sich aber der grünen welle verschrieben. Von zwei Jungstars, die ein mächtiger Mann zusammenbrachte und sie so zu den Backstreet Boys der Kopenhagener Gastroszene wurden.

Jesper Kirketerp und Rasmus KliimFotos: Shutterstock, Helge Kirchberger Photography / Red Bull Hangar-7, Esben Zøllner Olesen / Red Bull Hangar-7, Flavien Duhamel / Red Bull Hangar-7

Wenn Claus Meyer dich aussucht, um ein neues Projekt mit dir gemeinsam zu realisieren, dann sagst du nicht Nein. Wenn er allerdings sagt, dass du das nicht alleine machen sollst, sondern mit einem zweiten Koch, dann sieht die Sache schon ein wenig anders aus. Denn – hier ein wenig Klischeebashing – Köche sind ein bisschen wie Diven und brauchen ihren Raum. Oder wollen eben alleine im Rampenlicht stehen. Und dann standen sich Jesper Kirketerp und Rasmus Kliim, die beiden Gastköche im Oktober des Hangar-7, gegenüber. Und merkten, dass keiner von ihnen ein überzeugter Egoist ist. Und dass das (Investment-)Paket, das Meyer zu packen bereit war, wie der Deckel auf die jeweiligen Töpfe der beiden passt. So gesehen sind Jesper und Rasmus ein bisschen so wie eine vom Produzenten zusammengestellte kulinarische Boyband. Die Backstreet Boys von Kopenhagen. Dass ihr gemeinsames Restaurant deswegen Radio heißt, wäre aber dann eine doch zu gewagte Annahme. Der Name ist so gewählt, weil das historische Radio House in direkter Nachbarschaft zu den Räumlichkeiten im Stadtteil Frederiksberg liegt. Also: Wir haben zwei hoch talentierte Küchenmusterknaben, die schon bei den besten Küchenchefs der Stadt in führenden Positionen gearbeitet haben, eine Bühne in Form eines hip-legeren 40-Plätze-Restaurants und einen Produzenten, der die dänische Food-Szene mit dem noma und seinem neuen noridischen Foodkonzept, dem Folkekøkken, in eine neue Dimension gekickt hat. Wer also schreibt nun die Lieder...

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14.11.2015