Ausgabe 168, Kolumne

Dr. Badass: 5 Dinge, die deine Gäste berücksichtigen sollten

Die „How to be good“-Liste für alle Freunde des Sommeliers von heute und all jene, die es noch werden wollen - von Dr. Badass Justin Leone.

Dr. Badass Justin LeoneFoto: Mike Krueger

Na, gut ins neue Jahr gestolpert? Ob deine ersten Ein- oder Abdrücke 2015 exzessiv ausschweifender oder stilvoll gezügelter Natur waren – der Vorsatz für die nächsten 365 Tage sollte in jedem Fall lauten: Liebe deinen Nächsten. Das gilt im Übrigen nicht nur für birkenstocktragende Althippies, sondern vor allem für deinen Sommelier. Denn in den seltensten Fällen hat sich eine wohlwollende Verbindung mehr für dich ausgezahlt. Ein weiterer guter Vorsatz: Effizienz walten lassen. Darum starten wir auch ohne weitere Umwege mit der „How to be good“-Liste für alle Freunde des Sommeliers von heute und all jene, die es noch werden wollen.

1. BYOB?! Wie wär’s mit BYOR?
R wie Respekt, falls jemand fragt. In einigen Ländern wird die Idee, ein Fläschchen aus dem eigenen Keller ins Restaurant mitzubringen, mehr toleriert als in anderen. Darum zahlt es sich im unvermeidlichen Fall der Fälle aus, auch als Gast seine Hausaufgaben zu machen: Ein schneller persönlicher Anruf beim Sommelier des Restaurants zeugt nicht nur von deiner wohlerzogenen Seite und von Respekt – er wird in der Tat aufrichtig geschätzt. Wir Sommeliers – vor allem die glücklichen, die eine Weinkarte so dick wie die Bibel betreuen dürfen – sind mächtig stolz auf die Sorgfalt und den Aufwand, mit dem wir ein abendfüllendes Weinprogramm zusammenstellen. Du weißt schon: Eines, das dich geschmacklich und stilistisch aus den Latschen wirft, dich aber finanziell nicht in die Bredouille bringt. Lass den Sommelier also das tun, wofür er bezahlt wird, sofern dein Mitbringsel nicht mit exorbitanter Außergewöhnlichkeit überzeugt und sich nicht sowieso auf der Weinkarte findet. Handelt es sich tatsächlich um eine absolute Rarität, dann bleib zumindest eines: stilvoll. Biete dem Sommelier ein Glas an und bestell etwas von vergleichbarer Qualität als Zeichen deines Respekts.

2. Dass Mick Jagger „Time is on my side“ singt, zeigt ganz klar: Er hat nie als Sommelier gearbeitet.
Vergiss nicht: Niemand ist eine Insel – auch kein Tisch. Dein Tisch hat vielmehr eine Rolle im Ensemble der großen Produktion. Und damit die Show weitergeht, müssen die Spieler spielen. Dazu gehört der charmante, gewitzte und sprücheklopfende Sommelier, den jeder gerne an seinem Tisch haben möchte und der im Sekundentakt mit Mikromanagement sicherstellt, dass der Service cool und flüssig rüberkommt und last, but not least auch für jeden die entsprechende Portion Aufmerksamkeit abfällt. Vertrau mir, er würde...

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14.11.2015