Ausgabe 169, F&B Know-how

Die Geschichte der verdorbenen Jungfrau

Ranzig, muffig, stichig: Olivenöl darf nur mit der Bezeichnung Extra Vergine gekennzeichnet werden, wenn es gänzlich unberührt und erstklassig ist. Welches Öl die Bezeichnung wirklich verdient hat und welche schmierigen Geschäfte sich hinter dem flüssigen Gold verbergen.

Olivenöl

Die heilige Jungfrau Italiens ist das Olivenöl mit der besten Auszeichnung Extra Vergine. Wer sich jetzt fragt, was Öl und Jungfrauen miteinander zu tun haben: Vergine heißt zu Deutsch jungfräulich und soll die Reinheit, Sauberkeit und nicht zuletzt die Unbeflecktheit des flüssigen Golds beschreiben. In Deutschland oder Österreich wird das flüssige Gold der ersten Güteklasse auch unter der Bezeichnung Natives Olivenöl Extra vertrieben. Aber trotz der höchsten Auszeichnung auf dem Etikett brodelt es in den Fässern der Olivenöl-Produzenten: Der jungfräuliche Stolz der Stiefelnation und ihrer Inseln ist nämlich gar nicht so rein, wie es der Name zu vermitteln versucht. Es gibt sehr beunruhigende Hochrechnungen, die auf Tests verschiedenster Stellen beruhen: Es sollen rund zwei Drittel der als Extra Vergine deklarierten Olivenöle diese Auszeichnung zu Unrecht tragen!

Reines Gold
Es bedarf einer kleinen Einführung in die Etikettierung von Olivenöl, um zu verstehen, wie schmierige Machenschaften überhaupt möglich sind. Die Griechen und Italiener, gesegnet durch das perfekte Klima für Olivenbäume, sind also mit Recht sehr verbunden und stolz auf das Öl der Oliven. Rund 95 Prozent des weltweit produzierten Olivenöls...



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14.11.2015