Ausgabe 170, Porträts

Begrenzter Wirt

Billy Wagner und sein brutal lokales Hipster-Restaurant.

Billy Wagner und sein Hipster-Restaurant.Fotos: Monika Reiter

„Ohne Tamtam. Ohne Party. Einfach nur fressen und saufen.“ So steht es auf der Facebookseite von Nobelhart & Schmutzig. Am 13. Februar wurde das Restaurant von Billy Wagner und Micha Schäfer hochoffiziell eröffnet und bereits jetzt hat die Seite der beiden 4652 Fans. Erst ein paar Dutzend davon haben dort gegessen und trotzdem ist der Hype um das derzeit abgefahrenste Restaurant Berlins enorm.
Das hat natürlich bis zu einem gewissen Grad damit zu tun, dass Billy Wagner so etwas wie ein Rockstar in der deutschen Weinszene ist. Und damit, dass er verstanden hat, wie man die Möglichkeiten der Neuen Medien gewitzt für sich nutzt. Als Sommelier des Sternerestaurants Weinbar Rutz hat er sich bereits in jungen Jahren einen respektablen Ruf in der Branche erarbeitet. Doch nicht nur sein mutiger Gaumen fällt auf, auch seine extrovertierte Art, sich zu kleiden.
Kein Wunder also, dass die Gourmetwelt mit Spannung auf die Eröffnung des neuen Szenelokals wartete und schon vorab eifrigst vom Fortschritt der Bauarbeiten berichtete. „Ich habe natürlich versucht, medial viel Aufmerksamkeit zu erregen. Ich will doch, dass die Bude läuft!“ Und das ist ihm gelungen. Als die „Welt am Sonntag“ vom „derzeit wahrscheinlich radikalsten Restaurant Deutschlands“ schrieb, gab es tags darauf 1300 Likes mehr auf der ohnehin schon beliebten Facebookseite. „Uns geht es bei der intensiven Medienarbeit aber auch darum, die Leute aufzuklären, was sie in unserem Restaurant erwartet.“ Ein integraler Bestandteil des Konzeptes Nobelhart & Schmutzig. Denn der Besuch soll...

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14.11.2015