Ausgabe 170, Porträts

Schlicht. ergreifend. gut.

Gert de Mangeleer ist jung, erfolgreich und experimentierfreudig. Gehört demnach zu der Generation Rock. Das ist ihm aber egal. Weil dieser belgische 3-Sterne-Koch total provokant konservativ ist.

Gert de Mangeleer
Fotos: Shutterstock, Helge Kirchberger Photography / Red Bull Hangar-7,
Wilhelm Westergren / Red Bull Hangar-7, Wolfgang Hummer www.wohu.at


Manche mögen den Versuch und scheuen dabei den Irrtum nicht. Zu diesen manchen zählt Gert De Mangeleer nicht. Es gibt wohl kaum ein anderes gastronomisches Wizkid in Europa, das Kreativität in dermaßen geordneten Bahnen laufen lässt wie der belgische 3-Sterne-Koch. Vorstellen kann man sich das dann so wie Excel auf Ecstasy. Alle Abläufe sind strukturiert, jedes Rezept zu 100 Prozent durchrezeptiert, bevor es an die Jungs in der Küche weitergegeben wird. An zwei Abenden die Woche ist De-Mangeleer-Single-Brainstorming-Termin, nämlich nach dem Service beim einsamen Laufen durch die Weiten des flämischen Landes. De Mangeleer ist das kulinarische Oberhaupt des Restaurants Hertog Jan, seine Mannschaft darf gerne Ideen zu Komponenten beisteuern, aber ein ganzes Gericht – „das probieren meine Jungs erst gar nicht. Das würde nicht klappen. Ich verkaufe mit den Gerichten meine Emotionen – und die fühle eben nur ich.“ Deswegen die genauen Rezepturen und Anweisungen, schließlich...

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14.11.2015