Ausgabe 171, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Zimmerknoblauch?

Auf einen Flirt


Fotos: Shutterstock

Die Knoblauchfahne – der schlimmste Feind beim Flirten! Aber keine Angst: Der Zimmerknoblauch bekam nicht umsonst seinen umgangssprachlichen Namen Knobiflirt. Denn die südafrikanische Pflanze hat zwar einen feinen knoblauchartigen Geruch und Geschmack, verursacht aber lange nicht so einen schlimmen Mundgeruch wie der große stinkende Bruder. Er hat grasartige Blätter und violette Blüten in Dolden, die an die Blüten von Schnittknoblauch erinnern und damit schon auf der Küchenzeile als Hingucker dienen. Eigentlich wächst die immergrüne Pflanze bevorzugt auf steinigem Grasland und wird etwa 50 Zentimeter hoch. Die Knollenpflanze blüht zwischen Mai und Oktober an langen Stielen in Dolden. Die Blüten sind eine schmackhafte Zierde für viele Gerichte. Aus den Blüten entwickeln sich dann bis Spätherbst die Samen. Die Blätter lassen sich wie Schnittlauch und die Knollen wie Knoblauch nutzen. Zudem ist Zimmerknoblauch in seiner warmen Heimat ein Heilmittel, das gegen Fieber und Erkältungen helfen soll. Angebaut oder gesammelt kann man die Blätter das ganze Jahr über pflücken. Die violetten Blüten sprießen von Mai bis Oktober. Die Knollen schmecken von November bis März hervorragend. Aber Vorsicht! In großen Mengen führen die enthaltenen Öle und zwiebelartigen Stoffe, die in geringen Mengen den Magen-Darm-Trakt stärken und Fieber senken, zu Bauchschmerzen und Entzündungen. Deshalb sollte man von dem Zimmerknoblauch nicht dauerhaft größere Mengen essen und während der Schwangerschaft und Stillzeit möglichst darauf verzichten! Neben Gewürzen und Gemüse gepflanzt, bildet die pflegeleichte Knolle eine natürliche Abwehr von Insekten wegen des Geruchs. Dafür mag sie es sonnig und windgeschützt. Sie kommt aus Afrika und liebt die Wärme. Deshalb ist die Pflanze nicht winterhart und verträgt nur wenige Grad Frost. Auf dem Fensterbrett aufgezogen, können Blüten und Blätter von Knobiflirt ganzjährig frisch geerntet werden. Eine Blüte ist dabei so scharf wie eine echte Knoblauchzehe, aber nach dem Verzehr ist kaum Mundgeruch wahrzunehmen. Also ein würziger Charmeur!

14.11.2015