Ausgabe 175, Karriere-Tipps

Chef Attacke

Führen, Feuern oder Schleichen – wie gut bist du tatsächlich: Ein Top-Performender Siouxkrieger oder motivationsunfähiger Reserve-Indianer?


Chef Attacke Illustration: Vanessa Katyi-Narr, Foto: Shutterstock

Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin." Ein weises Sprichwort der Apachen. Denn wer zwischen den Ohren einigermaßen fit ist, wird früher oder später in die Verlegenheit kommen, andere zu führen. Die wenigsten Neu-Führungskräfte sind jedoch auf ihre neuen Führungsaufgaben vorbereitet und müssen plötzlich feststellen: So einfach ist das gar nicht. Denn ein guter Indianer ist nicht automatisch ein guter Häuptling. Aber er kann es werden, indem er sich hinterfragt, die Erwartungshaltung der anderen versteht und als Häuptling redet – aber bitte in der Sprache der Indianer. Hugh.
Dazu kommt allerdings die Tatsache, dass ausgebildete Berufseinsteiger heute oft andere Vorstellungen von Karriere mitbringen. Statt möglichst schnell Chef von möglichst vielen Mitarbeitern zu werden, fordern viele Vertreter der Generation Y eine anspruchsvolle und erfüllende Tätigkeit vom Arbeitgeber ein. Zudem spielt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine große Rolle. Vor einigen Jahren hätten sich Bewerber noch gar nicht getraut, solche Forderungen in Bewerbungsgesprächen überhaupt zu formulieren. Heute hat man Schwierigkeiten, Führungskräfte zu finden, die auch führen wollen.

Doch eines ist klar: In Stresssituationen braucht ein Team vor allem gute Führung. Es gibt Momente, in denen ein Fehler am Pass Panik auslösen kann. Man muss daher delegieren: kurze, verständliche Anweisungen geben und nicht in cholerische Tobsuchtsanfälle ausbrechen! Chefs sind Menschen, die in Unternehmen Verantwortung für andere Menschen tragen. Ein Faktum ist daher: Um exzellent zu sein, muss man das, was man tut, lieben. Und um exzellent zu führen, muss man Menschen lieben. Sollte es dann jedoch mal ganz im Argen sein: einfach die Friedenspfeife rauchen! Oder vom Gaul steigen, wenn man merkt, dass er unter einem stirbt.


Die vier Häuptlingstypen

Schwarzer AdlerSchwarzer Adler
Der Fels in der Brandung:
Der Macher als Chef ist permanent in Aktion. Er ist ein dynamischer Schnelldenker. Meist auch ein guter Führer und Leiter, der seine Mitarbeiter nicht im Stich lässt. Er ist ein Häuptling, der Ärmel hochkrempelt und mit anpackt, wenn es brennt. Diese Chefs überschreiten häufig eigene und fremde Grenzen. Der Macher macht vieles selbst, delegiert wenig und scheut sich, andere um Rat zu fragen. Er kann gut motivieren und zeigt viel Initiative.



Schwebende FederSchwebende Feder
Der Erbsenzähler:
Dieser Typ ist eher zufällig in seine Position gerutscht und weiß eigentlich nicht genau, was er dort soll. Er will vor allem keine Verantwortung übernehmen. Zudem scheut er Konflikte und klare Ansagen. Dieser Häuptlingstyp zeichnet sich dadurch aus, dass er vom Kern her ein lieber Kerl ist, dem man nichts so richtig übel nehmen kann. Allerdings neigt er auch dazu, Fristen zu versäumen, Aufträge unklar zu formulieren, und ist insgesamt fachlich nicht geeignet für seinen Job.



Listiger LurchListiger Lurch
Durchtriebener Stratege:
Ein unsouveräner Häuptling, der selbst nicht kompetent in seinem Aufgabenbereich ist. Er ist ständig damit beschäftigt, die Arbeit seiner Mitarbeiter zu überprüfen. Zugleich haben Mitarbeiter das Gefühl, der Chef wolle ihnen Fehler unterschieben. Damit schürt er eine Atmosphäre von Misstrauen, die wiederum seine Mitarbeiter nervös macht und damit Fehler provoziert. Dieser Charakter ist schizoid, er traut anderen nichts zu und tritt extrem autoritär auf.



Toter ElchToter Elch
Chaotische Lachnummer:
Immer hektisch und nervös. Er kennt seine Grenzen, kann sie aber nicht akzeptieren. Konkurrenzdenken bestimmt sein Handeln, wobei er sich selbst stets als Verlierer wähnt. Bekommt er seine Erfolgsdosis nicht im Job, holt er sie sich woanders. Reicht auch das nicht, betäubt er seinen Frust mit Alkohol, Tabletten oder Drogen. Sich selbst sieht er gerne als Märtyrer des eigenen Erfolgs und landet früher oder später bestimmt am Marterpfahl.



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14.11.2015