Ausgabe 177, F&B Know-how

Wie schmeckt eigentlich ... Umibudo?

Was stellt ihr euch unter grünem Kaviar mit Plopp-Effekt vor? Wir haben es für euch getestet!

Fotos: Monika Reiter, Helge O. Sommer, beigestellt

Umibudo

Algen und ihre größeren Vertreter, die Seegräser, gibt es in den verschiedensten Formen. Eines der schmackhaftesten Seegräser ist die Umibudo aus der japanischen Subtropen-Präfektur Okinawa. Anstelle von Blättern bildet sie kleine Bläschen aus, die auf dem Stängel aufgefädelt scheinen. Die Caulerpa lentillifera, so ihr lateinischer Name, ist darum auch als Grüner Kaviar oder Meerestraube geläufig – beides Anspielungen auf die perlschnurartige Optik und die kaviarähnliche Textur, deren Mundgefühl auch ein wenig an Queller erinnert. Im Mund platzen die Kügelchen auf, wobei sich der Geschmack des Meeres auf der ganzen Zunge verteilt. Dieses Aufplatzen hat im Japanischen sogar einen eigenen Namen: puchi-puchi beschreibt das charakteristische Plopp-Geräusch und -Gefühl. Nur wenige Produkte bringen puchi-puchi mit sich, was die Umibudo für viele Gourmets zum absoluten Highlight im Algengarten macht.

Die Umibudo ist proppenvoll mit Mineralien wie Eisen, Jod und vielen Vitaminen, also ein Superfood, das in der Küche Okinawas eine große Rolle spielt. Für gewöhnlich wird die Umibudo roh gegessen – ihre salzige Note kontrastiert dann häufig mit würzigen Sojasauce-Essig-Marinaden. In Izakaya-Pubs wird die Umibudo auch traditionell als Snack zu Bier serviert. Opulenter fällt dagegen Umibudo Kaisendon aus: Bei diesem Gericht krönt eine dicke Schicht aus Meerestrauben eine große Schüssel Reis und einen Mix aus verschiedensten Sashimi. Die Umibudo wächst in den Gewässern des Westpazifiks, vor allem auf den Philippinen und Okinawa. In der Subtropen-Präfektur gibt es neben der Insel Miyako, die für ihr Umibudo-Vorkommen bekannt ist, auch Algenfarmen, in denen die Meerestrauben kultiviert werden und mit viel Sonnenlicht heranwachsen. Sind sie einmal geerntet, müssen die Sea Grapes innerhalb von drei bis vier Tagen verarbeitet werden. Auch auf Kälte reagieren sie ganz empfindlich, was sie nur sehr bedingt transportfähig machen. Am besten beim nächsten Japan-Trip aufspüren und puchi-puchi genießen!

24.09.2015