Ausgabe 182, Porträts

Ikarus Team 2015: Das große Heimspiel im Hangar-7

Das Interview mit dem Executive Chef Martin Klein über getunte Gerichte, falsch verstandene Einschränkungen und das Ego von Köchen.

Text: Katharina Wolschner     Fotos: red bull Hangar-7 / Helge Kirchberger

Es ist der 1. November 2015, 18:00 Uhr.

Nur mehr eine Stunde, bis das allererste Service des aktuellen Monats beginnt. Neuer Monat, neues Menü – so lautet der Deal seit 2003. Also Eigentlich Routine für die Mannschaft. Aber nur eigentlich. Denn in diesem November wird kein Gastkoch den Hangar-7 besuchen. Es sind vielmehr Martin Klein, Tommy Eder-Dananic, Jörg Bruch, Dominik Fitz und das Küchenteam des Restaurants Ikarus selbst, das sich in neun Gängen präsentieren wird.

 

Ikarus Team

Die Chefetage des Hangar-7: Philip Langer, Christoph Hartinger, Mario Tomaso Onida, Florian Kempinger, Tommy Eder-Dananic, Andreas Bitsch, Martin Klein, Dominik Fitz, Jörg Bruch, Matthias Berger, Martin Ebert und Daniel Kubini (v. li. n. re.)

Der „eigene“ Monat – also kein Gastkoch, der stresst, keiner, der seine abstrakte Philosophie versucht zu verkaufen. Also alles entspannt, oder?
Martin Klein: Entspannt und gleichzeitig nicht, man ist dann schon auch ein bisschen nervös. Den Druck macht man sich selbst. Ich bin nervös, weil ich einfach der Mannschaft etwas beweisen möchte, weil ich den Stammgästen etwas beweisen will, weil ich Herrn Witzigmann beeindrucken will – es sind solche Kriterien, die du für dich selbst aufstellst. Ich habe das Menü gestern noch zweimal im Kopf nachgekocht, bin die Gänge durchgegangen und habe mich gefragt, machen wir die Sauce drunter oder drüber oder daneben. Eben solche Kleinigkeiten. Du feilst so lange, bis du denkst, jetzt ist es so, wie du es haben möchtest.

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17.11.2015